Sonntag, 28. August 2016

Goldfan Putin Wie Russland 15 Milliarden Dollar verzockte

Verkalkuliert: Russlands Goldschatz verliert an Wert
REUTERS/ Alexei Druzhinin/ RIA Novosti/ Kremlin
Verkalkuliert: Russlands Goldschatz verliert an Wert

Der russische Präsident Wladimir Putin mag es nicht, vom Westen abhängig zu sein. Und er mag es nicht, wenn russisches Staatsvermögen von den Kurskapriolen westlicher Währungen abhängt.

Also begann Putin vor einigen Jahren, die russischen Reserven in Gold anzulegen - damit der Dollarkurs dem Staatsschatz nichts anhaben könne. Doch das lief schief. Einem Bericht der "Welt" zufolge verlor er rund 15 Milliarden Dollar.

Demnach hat Russland seine Goldbestände seit 2007 mehr als verdreifacht: Vor acht Jahren waren es 400 Tonnen - heute liegen in den russischen Tresoren rund 1275 Tonnen. Allein im Juni sind demnach noch einmal 24,2 Tonnen dazugekommen. Damit hat Russland die sechstgrößten Reserven an Gold weltweit.

Doch obwohl der Kreml sein Vermögen jeden Monat umschichtet und auf diese Weise immer weiteres Gold angehäuft hat, ist der Wert des staatlichen Goldschatzes nur auf dem Stand von 2011: Rund 45 Milliarden Dollar.

Der gesamte Staatsschatz ist laut "Welt" nur noch 358 Milliarden Dollar wert. Legt man den aktuellen Goldpreis zugrunde, hat das Land rund fünf Prozent seines Vermögens verloren - eben jene 15 Milliarden Dollar.

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Schuld sind die Turbulenzen an den Rohstoffmärkten. Gold ist bei Investoren nicht mehr so beliebt wie in vergangenen Jahren, der Wert ist zuletzt dramatisch gesunken. Der Unzenpreis fiel unter die Marke von 1100 Dollar und war damit so niedrig wie zuletzt im März 2010, heißt es in dem Bericht.

Eine Besserung der Lage sei ebenfalls nicht in Sicht: Die Zeitung zitiert Experten, denen zufolge der Goldwert schon bald unter die Marke von 1000 Dollar fallen könne.

Auch der Bloomberg Commodity Index ist zuletzt auf den tiefsten Stand seit mehr als zehn Jahren gerutscht. Der Index umfasst 20 verschiedene Rohstoffe, deren Neugewichtung jährlich erfolgt. Da Russlands Wirtschaft größtenteils von Rohstoffexporten abhängt, ist das Land nun umso mehr auf staatliche Reserven angewiesen.

Doch gerade die werden kleiner statt größer: "Die Stärke des Dollar wird anhalten und damit schwindet die Bedeutung des Goldes als Ersatzwährung weiter", zitiert die "Welt" den Analysten der Investmentbank Goldman Sachs, Jeffrey Curie.

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kry/ts

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