Montag, 25. Juli 2016

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mm-Grafik Wein-Club und Klassenfahrt im Jet - die Nebenkosten an Top-Business-Schools



Für Bloomberg ist es "Netzwerken": Studenten von Top-Business-Schools geben laut einer Auswertung des Wirtschafts-Nachrichtendienstes jährlich durchschnittlich bis zu 16.000 Dollar für "non-necessities" aus, wie die Grafik von Statista zeigt. Was für Ausgaben in diese Kategorie fallen? Mitgliedschaften im Wein oder Gourmet-Club, Klassenfahrten im Charterflugzeug oder Wochenend-Ausflüge ins Ski-Resort Aspen.

"Reisen zu weit entfernten Zielen und näheren angeberischen Enklaven sind zu einem Kennzeichen der Elite-MBA-Programme der USA geworden", hielt Bloomberg schon im Februar fest. Mehr als die Hälfte des Stanforder Erstsemester-MBA-Jahrgangs 2014 sei im August jenes Jahres etwa auf eine einsame Insel vor Kolumbien geflogen. Oftmals scheine es, als sei der Zweck eines zweijährigen Studiums, so oft wie möglich weit weg vom Campus zu sein.

Doch auch am Studienort selbst sitzt das Geld locker. Studenten der Columbia Business School besuchten mit Wein- oder Gourmet-Clubs die teuersten New Yorker Restaurants, sagte Victor Eng, ein von Bloomberg befragter MBA-Anwärter. Er selbst sei Mitglied in fünf verschiedenen Clubs, die üblicherweise ein paar hundert Dollar pro Jahr als Mitgliedsgebühr verlangten.

"Niemand ist jeden Abend unterwegs und kauft Flasche um Flasche"

Austin Fang, MBA-Student an der Booth School of Business der University of Chicago, sagte derweil, die meisten Studierenden gäben ihr Geld nicht leichtsinnig aus. "Es gibt auf jeden Fall viele Menschen, die aus der Finanz-Industrie oder aus reichen Familien stammen, aber niemand ist jeden Abend unterwegs und kauft Flasche um Flasche an der Bar."

Hohe Ausgaben kämen auch deshalb zustande, weil Studierende oftmals erst sehr kurzfristig erführen, dass sie an Studienreisen teilnehmen könnten - und dann Aufschläge für Flüge und Hotelzimmer zahlen müssten.

Insgesamt, so schließt Bloomberg, sei es allerdings keineswegs schädlich, viel Geld während eines Aufenthalts an einer B-School auszugeben. Networking geschehe dort eben vor allem beim Essen, Trinken und Reisen. Und Studenten jener Schulen, an denen tendenziell das meiste Geld für "non-necessities" ausgegeben werde, starteten mit den höchsten Einstiegsgehältern in neue Jobs.

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