Dienstag, 17. Oktober 2017

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Diszipliniert sein und Investmentbanker meiden 9 Gründe, warum Warren Buffett reicher ist als Sie

Können, Disziplin, Glück: Die Erfolgsformel des Warren Buffett
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AFP

Wenn es je einen guten Zeitpunkt gab, um das Erfolgsgeheimnis von Warren Buffett zu ergründen, dann ist es der gegenwärtige. Vor ziemlich genau 50 Jahren setzte sich der heutige Starinvestor an die Spitze des seinerzeitigen Textilunternehmens Berkshire Hathaway Börsen-Chart zeigen und startete seinen Siegeszug auf den Finanzmärkten. Buffett änderte den Firmenzweck und machte aus Berkshire eine Beteiligungs-Holding.

Ein halbes Jahrhundert später ist der inzwischen 84jährige mit einem Vermögen von 72 Milliarden Dollar nach Angaben des "Forbes"-Magazins der drittreichste Mensch auf dem Planeten - er scheint in der Zwischenzeit einiges richtig gemacht zu haben.

Was genau er richtig gemacht hat, um zu seinem enormen Reichtum zu kommen, ließ Buffett seine Anhänger vor einigen Tagenin seinem jährlichen Brief an die Investoren wissen (ebenso wie das, was er in der Zeit falsch machte). In der Jubiläumsausgabe ließ Buffett die vergangenen Jahre noch einmal Revue passieren, womit er unzähligen Beobachtern Stoff zur Analyse gab.

Auf einen einfachen Nenner gebracht lautet die Frage, an der sich die Kommentatoren und Analysten abarbeiteten: Warum ist Warren Buffett so reich?

Zahlreiche Experten fanden im Brief des Multimilliardärs die unterschiedlichsten Antworten darauf, darunter prominente Finanzkommentatoren wie Barry Ritholtz von Bloomberg oder Andrew Ross Sorkin von der "New York Times". Selbst Charles Munger, Buffetts Kompagnon an der Berkshire-Spitze und laut "Forbes" selbst 1,3 Milliarden Dollar schwer, versuchte sich in einem eigenen Brief an die Berkshire-Aktionäre daran, das Geheimnis des "Orakels von Omaha" zu erklären.

Wer an den Antworten der Fachleute interessiert ist, braucht allerdings nicht alle Kommentare einzeln zu lesen. Das US-Magazin "Fortune" hat diese Aufgabe bereits übernommen und das Ergebnis in einer aufschlussreichen Grafik zusammengefasst.

Demnach resultiert der Reichtum des Warren Buffett nach Einschätzung der US-Kommentatoren aus einem Bündel von insgesamt 15 Einzelfaktoren. Dabei handelt es sich allerdings um eine zum Teil kuriose Zusammenstellung. So erscheinen einige Punkte eher nebensächlich (etwa die Feststellung des Bloomberg-Kommentators Matt Levine, Buffett sei ein "knuddeliger Teddybär"), andere auf den ersten Blick ziemlich selbstverständlich (Buffett kauft, verkauft und hält Aktien).

Hier deshalb die Quintessenz der "Fortune"-Analyse, die neun wichtigsten Ursachen für Warren Buffetts Erfolg:

1. Er hat mehr als viele anderen ein Gespür dafür, geeignete Firmen für Investments zu identifizieren.

2. Er agiert mit großer Disziplin. Das heißt, er hält sich an seine Strategie und seine Grundsätze und läuft keiner Investment-Mode hinterher.

3. Er bleibt konsequent beim "Value-Investing", wonach fundamentale Gründe wie vor allem der innere Wert eines Unternehmens für die Investmententscheidung ausschlaggebend sind.

4. Er kauft und verkauft Aktien in vielen Fällen zu guten Zeitpunkten. Auf der anderen Seite ist er aber auch in der Lage, einem Engagement sehr lange treu zu bleiben.

5. Er gilt als Person ohne großes Ego, wodurch es ihm leichter fallen dürfte, vernünftige Entscheidungen zu treffen.

6. Er ist in der Lage zu delegieren und Dinge, die er selbst nicht kann, anderen zu überlassen (zum Beispiel das Management der Berkshire-Beteiligungsfirmen)

7. Er vermeidet so weit wie möglich Steuerzahlungen.

8. Ebenso vermeidet er die Zusammenarbeit mit Investmentbankern, von denen er sagt, sie tendierten regelmäßig dazu, Firmen zu unvorteilhaften Aktivitäten zu raten, nur um daran Geld zu verdienen. Auch anderen rät er von Investmentbankern ab.

9. Er ist zu einem großen Teil auch ein ziemlicher Glückspilz, der im richtigen Moment am richtigen Ort war und vor vielen Jahren einige sehr gute, grundlegende Entscheidungen getroffen hat.

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