Montag, 11. Dezember 2017

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Riskante Geldanlage Vorsicht vor Fußballaktien - hängende Köpfe, sinkende Kurse

Wieder nichts: Die Champions League läuft dieses Jahr schlecht für den BVB, und zuletzt ging es auch in der Liga bergab - zum Unmut der Aktionäre.

Die sportliche Krise, in die zuletzt der Fußballclub Borussia Dortmund gerutscht ist, dürfte nicht nur den Fans der Mannschaft an die Nieren gehen. Auch die Aktionäre des Vereins gehen in diesem Jahr durch ein Wechselbad der Gefühle. Der Fall taugt damit zugleich als Mahnung für alle, die mit dem Gedanken spielen, Aktien eines Fußballvereins zu kaufen.

Solche Investments bergen nicht nur die üblichen Risiken der Börse, sie spiegeln vielmehr in der Regel auch den sportlichen Erfolg des fraglichen Teams wieder - und der ist im Zweifel viel weniger planbar, als der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens.

Das Beispiel Borussia Dortmund zeigt das eindrucksvoll: Die Mannschaft startete furios in die neue Saison, blieb in der Meisterschaft sieben Spieltage lang ungeschlagen und stand noch nach neun Spielen an der Tabellenspitze. Nur in der Champions League lief es für die Borussia in diesem Jahr von Beginn an unrund.

Dennoch: Was der Elf von Borussia Dortmund Börsen-Chart zeigen in der Bundesliga gelang, vollzog die Aktie an der Börse nach. Von Saisonbeginn im Sommer bis Anfang Oktober stieg der Kurs des Papiers von etwa sechs Euro auf in der Spitze mehr als 8,30 Euro - ein Plus von rund 40 Prozent binnen zwei Monaten.

Dann begann jedoch die Krise des BVB. Mit Ausnahme des Erfolges im DFB-Pokal gegen den drittklassigen 1. FC Magdeburg gelang der Mannschaft seit Anfang Oktober kein Sieg mehr, weder in der Bundesliga noch in der Champions League. Die jüngste Niederlage gab es bekanntlich erst am Dienstagabend, als Dortmund in der europäischen Königsklasse vor heimischem Publikum mit 1 zu 2 gegen Tottenham unterlag.

Hohe Volatilität bei Fußball-Clubs

Die Folge an der Börse: Die Investoren ergriffen die Flucht und warfen die Aktien des Vereins im großen Stil auf den Markt. Seit Anfang Oktober ist das Papier von mehr als acht Euro auf gegenwärtig 6,50 Euro abgerutscht. Das entspricht einem Kursverlust von etwa 20 Prozent, und das binnen weniger als zwei Monaten. Beinahe überflüssig zu erwähnen, dass die BVB-Aktie auch am Tag nach der Tottenham-Niederlage mit mehr als 2 Prozent im Minus notiert.

Dabei ist die Volatilität des Papiers von Borussia Dortmund in dieser Saison womöglich extrem, schließlich sieht man auch einen derartigen Formumschwung binnen weniger Wochen im Profisport nicht alle Tage. Dass Vereinsaktien den sportlichen Erfolg beinahe eins zu eins widerspiegeln, lässt sich aber auch anderswo beobachten.


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Bild: Bloomberg / Wochit

Beispiel Lazio Rom: Der Verein startete die Spielzeit im Sommer auf Tabellenplatz zehn und kletterte in der italienischen Serie A zwischenzeitlich bis auf den dritten Rang. Die Aktie des Vereins, der als einer von drei italienischen Proficlubs an der Mailänder Börse notiert ist, vollzog den erfreulichen Saisonverlauf nach: Das Papier kletterte vom Sommer bis Anfang November um mehr als 100 Prozent. Im November jedoch gab es nach längerer Zeit erstmals wieder eine Niederlage in der italienischen Liga, und zwar ausgerechnet gegen den Lokalrivalen AS Rom. An der Börse setzte es in diesem Monat prompt einige Verluste.

Dazu muss allerdings erwähnt werden, dass die Lazio-Aktie ohnehin meist im Cent-Bereich notiert. Auf diesem Niveau fallen Kursschwankungen oft stärker aus, als bei teureren Aktien.

Zu letzteren gehört beispielsweise das Papier von Manchester United Börsen-Chart zeigen, einem der europäischen Vorzeige-Clubs also. ManU steht in diesem Jahr bislang ziemlich gut da: In der Liga belegt das Team Platz zwei (allerdings hinter dem benachbarten Manchester City, was Coach Jose Mourinho besonders wurmen dürfte), und in der Champions League behauptet die Mannschaft nach vier Siegen in vier Spielen die Tabellenführung in seiner Gruppe.

Die Aktionäre von Manchester United können sich über den Saisonverlauf bislang ebenfalls freuen: Seit einem Zwischentief Anfang September hat die Aktie um etwa 25 Prozent zugelegt.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Doch wie lange wird dieser Aufwärtstrend halten? Schon am heutigen Mittwoch muss Manchester in der Champions League beim Gruppenzweiten FC Basel antreten. Eine Niederlage wäre zweifellos eine kleine Überraschung - sie dürfte aber auch von Börsianern aufmerksam zur Kenntnis genommen werden.

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