Freitag, 14. Dezember 2018

Suzuki gibt VW-Anteile ab Familien Piëch und Porsche stocken bei VW weiter auf

Ein Bild aus besseren Volkswagen-Tagen: Ex- Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, Frau Ursula und der Aufsichtsratschef der Porsche Automobil Holding, Wolfgang Porsche (v. links), im Frühjahr 2009 beim Genfer Autosalon. Im Hintergrund (zwischen Ursula Piëch und Wolfgang Porsche) lugt Matthias Müller hervor - seit Freitagabend Chef des VW-Konzerns.

Der Zeitpunkt scheint günstig, hat die VW-Aktie doch kräftig Federn lassen müssen. So stocken die Familien Porsche und Piëch mitten in der Abgaskrise ihre Anteile am Volkswagen-Konzern auf - über die Porsche Automobil Holding. Sie hat ihren Anteil an Europas größtem Autobauer Volkswagen weiter ausgebaut. Vom japanischen Autokonzern Suzuki seien 1,5 Prozent Stammaktien der Volkswagen AG außerbörslich erworben worden, teilte Porsche SE am Samstag mit.

Die beiden großen Eigentümerfamilien Porsche und Piëch dominieren die Porsche Holding. Sie dient in erster Linie dazu, Stammaktien an Volkswagen zu halten. Ex-VW-Chef Winterkorn will nach einem Spiegel-Bericht weiter Vorstandschef der Holding bleiben. Doch darüber ist noch nicht entschieden.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Beteiligung der Porsche SE an der Volkswagen AG steige damit auf 52,2 Prozent der Stammaktien. Der Anteil am gezeichneten Kapital erhöht sich auf 32,4 Prozent. Die Porsche Holding unterstreiche damit ihre Position als VW-Anker-Aktionär.

Erst kürzlich hatte Volkswagen, inzwischen gebeutelt vom Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Millionen von Diesel-Fahrzeugen, seinen knapp 20-prozentigen Anteil an Suzuki an die Japaner verkauft und dafür umgerechnet 3,4 Milliarden Euro bekommen.

Die Wolfsburger folgten damit einem Spruch des Schiedsgerichts der Internationalen Handelskammer (ICC). Beide Partner hatten 2009 eine Allianz vereinbart, bei der Volkswagen 19,9 Prozent der Anteile an Suzuki erwarb, die Japaner wiederum 1,5 Prozent der VW-Aktien. Das Zusammengehen scheiterte, die Anteile mussten laut ICC wieder den Besitzer wechseln.

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rei mit dpa

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