Samstag, 1. Oktober 2016

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Schuldenblase der Weltwirtschaft Warum McKinsey für eine Vermögensabgabe wirbt

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Die Schulden überfordern die Weltwirtschaft. Die Unternehmensberatung wirbt mit einer Handvoll Ideen für eine pragmatische Lösung - allerdings bergen auch die Sprengstoff.

Hamburg - Mit der Studie zur ungebremst ansteigenden Schuldenlast der Welt hat die Unternehmensberatung McKinsey erneut aufgezeigt, wie stark die Gefährdung für die Weltwirtschaft und das globale Finanzsystem zugenommen hat. Zunächst aber nochmals das Problem auf einen Blick:

Wie die Analyse von McKinsey zeigt, wachsen die Schulden von Staaten (9,3 Prozent pro Jahr), privaten Haushalten (2,8 Prozent) und Nicht-Finanz-Unternehmen (5,9 Prozent) seit 2007 weltweit weiterhin drastisch und immer noch schneller als die Wirtschaft.

Dabei machen Unternehmen ungefähr in demselben Maße neue Schulden wie im Zeitraum von 2000 bis 2007, private Haushalte deutlich weniger (vor der Krise waren es 8,5 Prozent pro Jahr) und die Regierungen deutlich mehr (bis 2007 "nur" 5,8 Prozent pro Jahr). Letztere haben damit die geringere Neuverschuldung der privaten Haushalte und damit die wegfallende Zusatznachfrage durch eigene Schulden kompensiert. Das geht auf Dauer nicht gut.

Schulden erhöhen den deflationären Druck

Die wachsende Verschuldung führt zu einem immer stärkeren deflationären Druck, was leider die wenigsten Entscheidungsträger verstehen. Rund gerechnet wachsen die Schulden der Realwirtschaft um sechs Prozent im Jahr nach rund sieben im Zeitraum davor. Würde McKinsey die Daten seit 1980 zeigen, würde man einen noch deutlicheren Rückgang der Wachstumsraten feststellen. Zeitgleich mit dem Rückgang der Wachstumsraten der Schulden kam es auch zu einem Rückgang des Wirtschaftswachstums.

Neue Schulden hatten eine immer geringere Wirkung auf das Wachstum. Bewirkte ein US-Dollar neue Schulden in den 1960er Jahren noch rund 80 Cent mehr BIP, so sank der Wert auf 30 Cent in den 1990er Jahren und auf rund 10 Cent seit dem Jahr 2000.

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