Donnerstag, 28. Juli 2016

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Verpackungsmüll Deutschland ist Müll-Meister - dank Online-Handel

Einkaufen, auspacken, Packung wegschmeißen: Der Boom des Online-Handels hat dafür gesorgt, dass jeder Deutsche rechnerisch 213 Kilo Verpackungsmüll pro Jahr wegwirft. Die Zahlen stammen aus 2013 - und dürften mit steigenden Online-Bestellungen heute noch höher sein

Klicken, auspacken, wegwerfen: Der Boom des Online-Versandhandels hat Deutschland einen fragwürdigen Meistertitel beschert. Vor allem wegen des wachsenden Paketgeschäfts produzieren die Deutschen mehr Verpackungsmüll denn je. Jeder Einwohner warf rechnerisch knapp 213 Kilogramm davon weg, wie das Bundesumweltministerium nach jüngsten Daten für 2013 auf eine Grünen-Anfrage antwortete.

Das waren pro Kopf sechs Kilogramm mehr als im Jahr 2012. Insgesamt kamen 2013 rund 17,1 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle zusammen, vor allem Papier und Kartons, Kunststoffe und Glas. Je Einwohner hat Deutschland das höchste Verpackungsaufkommen in der Europäischen Union, erläuterte das Ministerium. Mit anderen Worten: Deutschland ist Verpackungsmüll-Europameister.

Die Bundesregierung macht in ihrer Antwort für den Anstieg vor allem das Wachstum des Online-Versandhandels verantwortlich. Papier und Karton hätten den "mit Abstand" größten Anteil am Verpackungsmüll. Die Vorsitzende des Bundestags-Umweltausschusses, Bärbel Höhn (Grüne), sagte, unnütze Verpackungen müssten vermieden werden. "Wir brauchen Anreize, dass die Kaffeekapsel nicht dreifach verpackt ist."

Der umweltpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Peter Maiwald, nannte die Müllpolitik der Bundesregierung in der "Welt" ein "Trauerspiel". Deutschland produziere mit Abstand am meisten Verpackungsmüll in der gesamten Europäischen Union, sagte er. "Auf diesen Meistertitel können wir nicht stolz sein."

la/bos/dpa/ap

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