Freitag, 16. November 2018

Transferwise Das Startup, dem Richard Branson sein Geld anvertraut

Kreative Zerstörer unter sich: Richard Branson mit den Transferwise-Gründern Taavet Hinrikus (l) und Kristo Käärmann
TransferWise
Kreative Zerstörer unter sich: Richard Branson mit den Transferwise-Gründern Taavet Hinrikus (l) und Kristo Käärmann

Die Investorenliste von Transferwise liest sich wie ein Who-is-who des Silicon Valley. Paypal-Gründer Peter Thiel ist mit von der Partie, ebenso Richard Branson. manager-magazin online sprach mit dem Gründer des "Skype für Überweisungen", Taavet Hinrikus, über die Zukunft der Finanz-Dienstleistungen.

mm: Sie waren einer der ersten Skype-Mitarbeiter und haben gerade 25 Millionen Dollar für ihr Unternehmen "Transferwise" eingesammelt - unter anderem von Peter Thiel und Richard Branson . Ist ihr Konzept so genial oder kennen Sie einfach die richtigen Leute?

Hinrikus: Wir haben ein Produkt, das sehr gut am Markt angenommen wird. Wir wachsen wirklich schnell. Und so eine Story ist einfach nach dem Geschmack von Richard Branson. Er ist ein kreativer Zerstörer und hat in dem David-gegen-Goliath-Spiel selbst diverse Male den David gegeben - so etwas in der Art machen wir jetzt auch. Da war es nicht schwer für uns, ihn an Bord zu holen. Er weiß genau, worum es geht.

mm: US-Investor Peter Thiel ist schon seit längerem bei Transferwise investiert, hat die sechs Millionen schwere Series-A-Finanzierungsrunde angeführt und ist jetzt auch bei der am Dienstag verkündeten 25 Millionen schweren B-Runde wieder dabei. Wie viel war den beiden Transferwise bislang jeweils wert?

Hinrikus: Dazu kann ich keine genauen Angaben machen. Nur soviel: Bransons Investment ist signifikant. Er ist der einzige neue Investor. Die anderen waren alle schon bei der Series-A-Finanzierung dabei.

mm: Was macht Transferwise besser als die klassischen Banken?

Hinrikus: Wir sind ein Online-Geldtransfer-Service, der Menschen dabei hilft, Geld in Fremdwährungen zu überweisen. Bei internationalen Überweisungen herrscht derzeit ein eklatanter Mangel an Transparenz. Zwar geben die Banken die Gebühren an, die sie erheben - in der Regel zwischen zehn und zwanzig Euro. Aber wenn es um den Wechselkurs geht, den sie zur Grundlage nehmen - und darum, wie weit der vom offiziellen Kurs abweicht, sieht das Bild deutlich anders aus. Dabei stammt das Gros ihres Profits aus den Wechselkursen. Und davon, dass Banken bei ihren Geldtransfers einen künstlich aufgeblähten Wechselkurs anwenden, haben zwei Drittel der Kunden keine Ahnung.

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