Dienstag, 31. Mai 2016

Hedgefonds-Star nutzte Steuerschlupfloch Steuertrick brachte George Soros mehr als 13 Milliarden Dollar

"Ich müsste mehr Steuern zahlen": Milliardär Soros nutzt offenbar jeden Trick, um Steuern zu vermeiden

Ausgerechnet George Soros. Der Hedgefonds-Gründer und Multimilliardär tritt gerne als Philanthrop und Gönner auf und hat bereits Milliarden gespendet. Zudem sprach er sich in der Vergangenheit stets dafür aus, von Superreichen höhere Steuern zu verlangen. 2011 sagte er dem "Stern": "Auch ich müsste mehr Steuern zahlen."

Wie sich nun zeigt, war dass offensichtlich durchaus wörtlich zu verstehen. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge häufte der gebürtige Ungar über die Jahre einen zweistelligen Milliarden-Dollar-Betrag an, indem er ein Schlupfloch im amerikanischen Steuerrecht nutzte.

Managementgebühren, die Soros von seinen Kunden erhielt, investierte er direkt in seine Fonds. So blieben diese Gebühren von der Steuer unberührt.

Laut Bloomberg brachte diese Methode Soros allein bis Ende 2013 ein zusätzliches Vermögen von grob gerechnet mehr als 13 Milliarden Dollar (11,6 Milliarden Euro). Die bis heute vermiedenen Steuerzahlungen des 84-jährigen schätzt die Nachrichtenagentur aufgrund öffentlicher Informationen auf etwa 6,7 Milliarden Dollar.

Flucht nach Irland

Das Re-Investment von Gebühren in die Fonds war in der Hedgefonds-Szene jahrelang üblich, so Bloomberg. 2008 jedoch schloss der US-Kongress diese Steuerlücke. Jenen Fondsmanagern, die sich den Trick zunutze gemacht hatten, trug Washington seinerzeit auf, ihre offenen Steuerschulden bis 2017 zu begleichen.

George Soros indes gründete laut Bloomberg just eine Woche bevor das entsprechende Gesetz unterschrieben wurde, eine Tochtergesellschaft in Irland, auf die er die aufgeschobenen Gebühren sowie andere Vermögenswerte übertrug. Irland galt seinerzeit als Ziel vieler Steuerflüchtlinge aus den USA, so Bloomberg. Für das neue Unternehmen wählte Soros eine Rechtsform, die es Gesellschaftern ermöglicht, Gewinne zum großen Teil steuergünstig aus dem Unternehmen abzuziehen.

Soros wollte sich gegenüber Bloomberg zu dem Thema nicht äußern. Der gebürtige Ungar startete seine Karriere im Finanzgeschäft im New York der 1950er Jahre. Seit Anfang der 1990er ist er in Fachkreisen der Mann, "der die Bank von England knackte". Soros hatte seinerzeit im großen Stil gegen das britische Pfund gewettet und eine Abwertung erzwungen. Das brachte im etwa eine Milliarde Dollar ein.

Christoph Rottwilm auf Twitter
Soros' Hedgefonds Quantum Endowment Fund brachte bis 2011 laut Bloomberg Renditen von 20 Prozent pro Jahr. Dann zog der Milliardär den Fonds aus der Öffentlichkeit ab und betreibt ihn seither ausschließlich als Family Office. Das US-Magazin "Forbes" führt Soros derzeit mit einem geschätzten Vermögen von 24,2 Milliarden Dollar (21,6 Milliarden Euro) auf Platz 29 des weltweiten Reichsten-Rankings.

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