Samstag, 3. Dezember 2016

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Staatliche Alternative zu Riester & Co Assekuranz kritisiert Pläne einer "Deutschland-Rente"

Mehr Rendite mit einer staatlich organisierten "Deutschland-Rente" - drei Minister aus Hessen glauben das und machen sich für eine zusätzliche, kostengünstige Altersvorsorge stark - unter Ausschluss der Versicherungswirtschaft

"Zu teuer, zu kompliziert, zu renditeschwach" - schon lange muss sich die Altersvorsorgeindustrie - vor allem die Versicherungswirtschaft - den Vorwurf gefallen lassen, ihre Produkte nützten nicht der Bevölkerung, sondern vor allem dem eigenen Profit. Die umstrittene Riester-Rente ist nur ein Beispiel dafür. Experten forderten daher schon vor Jahren einen Systemwechsel. Ein kostengünstiges, staatsfondsähnliches "Vorsorgekonto" unter der Ägide der Deutschen Rentenversicherung fiel allerdings durch.

Nun lebt die Idee einer zusätzlichen Altersvorsorge unter staatlicher Ägide mit der "Deutschland-Rente" wieder auf - und wieder sind die gleichen reflexhaften Abwehrreaktionen der Versicherungslobby zu beobahten.

Ging die Initiative für das "Vorsorgekonto" seinerzeit vom Bundesland Baden-Württemberg aus, machen sich nun drei Minister aus Hessen für eine einfache und kostengünstige zusätzliche Altersvorsorge "für jedermann" stark. In ihren Grundzügen ähnelt sie stark dem Konzept des Vorsorgekontos.

Eine vom Staat organisierte "Deutschland-Rente" soll der Altersarmut vorbeugen, forderten diese Woche der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), Sozialminister Stefan Grüttner und Finanzminister Thomas Schäfer (beide CDU) in der "FAZ".

Deutschlandfonds böte Vorteile durch fehlendes Gewinninteresse

Ähnlich wie bei gesetzlichen Rente sollen Arbeitgeber dem Vorschlag zufolge die Beiträge für die "Deutschland-Rente" direkt an die Deutsche Rentenversicherung abführen. Die Anlage der eingezahlten Gelder obliege dann dem Deutschlandfonds. Das soll ein "eigenständiger, zentraler Rentenfonds" sein, der "ohne eigenes Gewinninteresse auf Selbstkostenbasis arbeitet und geschützt vor politischem Zugriff ist".

Der Fonds solle seine Anlagen breit streuen und vermehrt in Aktien investieren, um in der Niedrigzinsphase die notweindigen Erträge für eine zusätzliche private Rente erwirtschaften zu können. Breite Streuung und langfristiger Anlagehorizont sollen dabei die Anlagerisiken verringern und - vor allem durch die fehlende Gewinnerzielungsabsicht - unter dem Strich so eine höhere Rendite erreichen. Vorbild ist demnach der norwegische Staatsfonds, der auf eine durchschnittliche Rendite von mehr als 5 Prozent komme.

Um möglichst viele Beitragszahler für die "Deutschland-Rente" zu gewinnen, schwebt den Ministern ein "Opt-Out"-Modell vor, für das sich auch viele Protagonisten der betrieblichen Altersvorsorge stark machen. Soll heißen: Wer die Zusatzrente nicht möchte, muss dem Arbeitgeber aktiv widersprechen, ansonsten spart er über den Arbeitgeber automatisch für die neue Rente an.

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