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07.08.2013
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Solarworld-Hauptversammlung
Was Sonnenkönig Asbeck den Aktionären zu sagen hat

Aus Bonn berichtet Sarah Sommer

Solarworld-Chef Frank Asbeck: "Meine Frau hat mehrere Tage nicht mit mir gesprochen, als ich gesagt habe, ich brauche 10 Millionen."
REUTERS

Solarworld-Chef Frank Asbeck: "Meine Frau hat mehrere Tage nicht mit mir gesprochen, als ich gesagt habe, ich brauche 10 Millionen."

Die Solarworld-Aktionäre werden heute voraussichtlich zähneknirschend dem Sanierungsplan samt Kapitalschnitt zustimmen - denn die Alternative wäre die Insolvenz. Firmengründer Frank Asbeck wehrt sich gegen die Kritik wütender Anleger - mit zum Teil überraschenden Argumenten.

Bonn - Der Wettergott zeigt keine Gnade mit dem Sonnenkönig: Über dem World Conference Center in Bonn ballen sich dunkle Gewitterwolken, als die Aktionärsvertreter am Mittwoch Morgen zur außerordentlichen Hauptversammlung des schwer angeschlagenen Solarkonzerns Solarworld Chart zeigen eintreffen.

Auch die Stimmung der Aktionäre ist düster: Auf einen positiven Ausgang der Krisensitzung kann hier niemand hoffen. Am Ende werden alle Geld verloren haben.

Nachdem am Montag und Dienstag bereits zwei große Gläubiger-Gruppen dem Sanierungskonzept des Solarworld-Gründers und -Chefs Frank Asbeck und damit einem massiven Schuldenschnitt zugestimmt haben, mussten heute die Aktionäre dran glauben: Nach einem Kapitalschnitt bleiben vom Wert jeder Aktie nur noch 5 Prozent übrig.

Über eine anschließende Kapitalerhöhung werden die Anleihegläubiger am Unternehmen beteiligt, Asbeck selbst kauft neue Aktien im Wert von 10 Millionen Euro, und Großinvestor Qatar Solar schießt 35 Millionen Euro zu. Das Sanierungskonzept ist seit Monaten bekannt, die Aktionäre akzeptieren es zähneknirschend - denn als Alternative zu dem radikalen Kapitalschnitt bliebe nur die Insolvenz und damit der Totalverlust für die Investoren, da ist man sich weitgehend einig.

"Friss oder stirb"

Von der außerordentlichen Hauptversammlung erhofften sich die meisten Aktionäre daher vor allem eines: Sonnenkönig Asbeck soll ihnen erklären, wie es in Zukunft weitergehen soll mit dem angeschlagenen Bonner Solarkonzern. "Asbeck soll endlich von seinem hohen Ross herunterkommen und erklären, wie Solarworld wieder wettbewerbsfähig werden soll", schimpft ein Kleinaktionär vor Beginn der Versammlung.

Warum solle man dem Kapitalschnitt zustimmen, wenn Asbeck nicht überzeugend erklären könne, dass im Anschluss an die finanzielle Sanierung auch ein tragfähiges Geschäftsmodell umgesetzt werde, mit dem sich Solarworld gegen die Billigkonkurrenz aus China durchsetzen kann?

Doch Asbeck enttäuscht die angereisten Aktionäre zunächst: Der Sonnenkönig bleibt vorerst im Schatten. Das Sanierungskonzept muss Finanzvorstand Philipp Koecke den übellaunigen Aktionären vorstellen. Der rechnet lediglich das altbekannte Sanierungskonzept vor und versichert, die Sparmaßnahmen im operativen Geschäft lägen im Plan.

Aufsichtsratschef Claus Recktenwald stellt gleich zu Beginn der Versammlung klar: Heute soll es nur um die Restrukturierung des Unternehmens gehen. Entsprechend ungehalten fallen die Wortmeldungen der Aktionärsvertreter im Anschluss an den Vortrag des CFOs und des Aufsichtsratschefs aus. "Friss oder stirb", übersetzt Roland Klose von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) das Angebot des Solarworlds-Vorstands. "Worüber wir heute abstimmen, ist eine Quasi-Insolvenz, eine Teilenteignung der Aktionäre", wirft Klose dem Vorstand vor.

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