Freitag, 27. Mai 2016

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Riesiges Schneeballsystem in China 900.000 Online-Anleger um Milliarden geprellt

Dicht: Ezubao-Büro in Hangzhou

Weil sie 900.000 Anleger um sieben Milliarden Euro geprellt haben sollen, sind 21 Mitarbeiter einer chinesischen Online-Finanzplattform unter Betrugsverdacht festgenommen worden. Der Kreditgeber Ezubao soll bei 95 Prozent seiner Finanzierungs- und Leasingprojekte geschwindelt haben, wie die Zeitung "Global Times" am Montag berichtete.

Demnach wurden kleine Investoren mit hohen Zinsen von 9 bis 14,6 Prozent angelockt, die dann mit neuen Einzahlungen bezahlt worden seien - ein als Schneeballsystem oder "Ponzi-Schema" bekanntgewordener Finanztrick. Die Polizei teilte mit, die Konten von Ezubao seien im Zuge der Ermittlungen gesperrt und beschlagnahmt worden. Von der Plattform war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Der Fall zeigt die Risiken, die die rasch wachsende Finanzbranche in China birgt. Dort werden viele Produkte über nur lax regulierte Kanäle verkauft.

Ezubao war 2014 von der Yucheng Gruppe in der ostchinesischen Provinz Anhui gegründet worden. Dem Zeitungsbericht zufolge waren im Dezember Unregelmäßigkeiten aufgetaucht und Ermittlungen eingeleitet worden. Die Ermittler hätten festgestellt, dass der Geldfluss nicht mehr ausgereicht habe. Ein Großteil der Gelder sei in Millionen-Gehälter, aufwendige Werbung und den luxuriösen Lebensstil der Führungskräfte geflossen. Große Mengen Kapital seien verschoben und Beweise vernichtet worden. Einige Führungskräfte seien geflohen. Unter den Festgenommenen sei aber der Yucheng-Vorsitzende Ding Ning.

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ts/Reuters/dpa

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