Samstag, 16. Februar 2019

Börsengang und Billionenfonds geplant Saudi-Arabiens Prinz sucht den Abschied vom Öl

Mohammed bin Salman: Der Kronprinz ist Verteidigungsminister Saudi-Arabiens und hat wie viele andere Mitglieder vom Reichtum der Herrscherfamilien profitiert. Durch den Ölpreisverfall getrieben setzt er nun auf einen Umbau der Wirtschaft - ob das auch für die erzkonservative Gesellschaftsstruktur gilt, bleibt abzuwarten.

Der Ölpreisverfall setzt Saudi-Arabien zu. Kronprinz Mohammed bin Salman will die Wirtschaft des erzkonservativen Landes mit Reformen in eine Nach-Öl-Ära führen. Zum Aufbau eines Billionen Dollar schweren Investitionsfonds will er Staatsbesitz verkaufen - so etwa Teile des weltgrößten Öl-Konzerns Aramco.

Der Ölpreisverfall setzt auch und gerade Saudi-Arabien zu. Das Land muss reagieren, will es unbeschadet diese Entwicklung überstehen. Schließlich speist sich der Staatshaushalt des reichen Königreiches zu fast 90 Prozent aus Öleinnahmen.

Nicht aber der gesundheitlich angeschlagene König Salman (80), sondern sein Sohn und stellvertretende Kronprinz Mohammed bin Salman scheint das Land in die Nach-Öl-Ära führen zu wollen.

Darauf deutet ein Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg hin, in dem der Repräsentant des Herrscherhauses und amtierende Verteidigungsminister seine Reformpläne und seine Vision für einen bis zu zwei Billionen Dollar schweren Investitionsfonds erläutert.

Dieser Staatsfonds soll das Land unabhängiger von Öl-Exporten machen. Der Öl-Preis-Crash hat Saudi-Arabien in eine ökonomische Krise gestürzt. 2015 betrug das Haushaltsdefizit gut 15 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Die Reformpläne des Kronzprinzen sehen unter anderem den sukzessiven Subventionsabbau bei Energie und Wohnungen für die Bevölkerung vor, genauso aber die Einführung einer fünfprozentigen Mehrwertsteuer. Auch Privatisierungen staatlicher Unternehmen im Telekom-Sektor oder der Verkauf der nationalen Fluggesellschaft sowie die Veräußerung anderer Vermögenswerte sind angedacht.

Im Zuge des geplanten Investitionsfonds steht aber zunächst ganz oben auf der Agenda der Teilverkauf des Öl-Riesen Aramco über die Börse. Bei einem Börsengang womöglich schon im nächsten Jahr sollen jedoch nicht mehr als fünf Prozent des Konzerns in private Hände gelangen, sagte der Kronprinz gegenüber Bloomberg. Langfristig solle sich der Öl-Konzern zu einem Industriekonglomerat wandeln.

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