Montag, 20. August 2018

Spannungen in Korea Trump sorgt für Einstiegschancen bei Samsung

Samsung: Global Player, belastet durch den Korea-Konflikt

Sie treffen sich, sie treffen sich nicht, sie treffen sich doch: Das diplomatische Verwirrspiel um ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un sorgt täglich für neue Schlagzeilen. Zunächst sagte Trump das Treffen per Brief ab, nun scheint es doch wieder auf ein Treffen hinauszulaufen.

Man darf sich keinen Illusionen hingeben: Auch bei gutem Willen beider Parteien werden Verhandlungen über eine Denuklearisierung Nordkoreas sehr, sehr lange dauern. Aber ein Anfang ist immerhin gemacht.

Zur Person
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    Georg Thilenius ist geschäftsführender Gesellschafter der bankunabhängigen Vermögensverwal-tungsgesellschaft Dr. Thilenius Management GmbH in Stuttgart. Das Unternehmen unterliegt der BaFin.

Für Aktionäre ist dies eine wichtige Entwicklung. Denn sie zeigt, dass man sich von wiederholten Kriegsdrohungen von Präsident Trump nicht verschrecken lassen sollte. Wer vor einigen Monaten aus Angst vor Krieg seine Aktien verkauft hat, hat heute das Nachsehen. Das laute Gebell von Trump zeigt sich immer mehr als Verhandlungstaktik.

Wenn im Verhältnis beispielsweise zu Russland oder auch zum Iran in der nächsten Zeit wieder von allen Seiten laut gebellt wird, sind Aktionäre nach unserer Meinung gut beraten, ihre Bestände zu halten und Kursschwächen zum Kauf zu nutzen.

Entspannung in Korea dürfte Samsung helfen

Die Entspannung in Korea gilt besonders für das koreanische Unternehmen Samsung Electronics Börsen-Chart zeigen. Nach einem deutlichen Kursverfall im Frühjahr hat die Aktie nun wieder zu einer Erholung angesetzt. Samsung Electronics stellt nicht nur Handys her, sondern auch Chips und viele andere elektronische Bauteile.

Das Interessante an Samsung ist die Bewertung. Wegen der politischen Unsicherheiten in und um Korea sind koreanische Aktien traditionell wesentlich günstiger bewertet als ihre westlichen Branchennachbarn. Das trifft ganz besonders auf Samsung zu. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt aktuell bei 8. Die Kursgewinnverhältnisse vergleichbarer amerikanischer Unternehmen liegen meistens doppelt so hoch. Falls sich Friedensgespräche zwischen Nord- und Südkorea in der Zukunft weiter konkretisieren sollten, ist mit einem Verschwinden der Korearisikoprämie im Laufe der Zeit zu rechnen.

Niemand kann sagen, wie lange die Zeit sein wird. Unabhängig von der erstklassigen Fundamentalentwicklung von Samsung ist hier noch ein zusätzlicher Antreiber für den Aktienkurs gegeben. Anleger müssen aber nach unserer Meinung geduldig sein und sollen nicht beim nächsten lauten Gebell gleich wieder verkaufen, sondern durchhalten. Diese Disziplin dürfte belohnt werden.

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