07.12.2017

Zeitung enthüllt mysteriösen Kunstkäufer

Dieser Prinz soll den Da Vinci für 450 Mio $ gekauft haben

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twitter/KSASociety; Getty Images

Stolzer Besitzer: Prinz Bader bin Abdullah bin Mohammed bin Farhan al-Saud ersteigerte laut "New York Times" das Gemälde "Salvator mundi" von Leonardo da Vinci für 450 Millionen Dollar - der höchste Preis für ein Kunstwerk auf einer Auktion bisher.

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Diese Armbanduhr aus dem Besitz der US-Schauspiellegende Paul Newman hat bei einer Auktion in New York einen Rekordpreis erzielt. Ein Telefonbieter ersteigerte die "Paul Newman Rolex Daytona" am Donnerstag (Ortszeit) für 17,75 Millionen Dollar (15,3 Millionen Euro), wie das Auktionshaus Philipps mitteilte. Dies sei der höchste Preis, der bislang für eine Armbanduhr bei einer Auktion erzielt worden sei.

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Die Uhr sei das wohl wichtigste Sammlerstück des 20. Jahrhunderts für Uhrenliebhaber, sagte Aurel Bacs, ein Uhrenspezialist des Auktionshauses. Die Uhr hat eine bewegte Geschichte: Newmans Frau Joanne Woodward hatte dem Schauspieler (im Bild) die Rolex Daytona Referenz 6239 Anfang der 1970er geschenkt, als er seine Liebe zum Rennsport entdeckt hatte. Auf der Rückseite ist eine Gravur: "Drive carefully. Me." (dt: "Fahr vorsichtig. Ich.").
Mit dem Rekordpreis reiht sich die Uhr ein in die Galerie unterschiedlichster Dinge, die auf Auktionen ebenfalls bereits zu horrenden Summen den Besitzer wechselten - von der Handtasche bis zum Ferrari:

Christie's

Für diese Birkin Bag von Hermes zahlte ein Unbekannter auf einer Christie's-Auktion in Hongkong 2016 2,32 Millionen Hongkong-Dollar (etwa 300.000 US-Dollar oder 268.000 Euro). Es ist der höchste Preis, der jemals auf einer Versteigerung für eine Handtasche gezahlt wurde. Zuvor lag der Rekord bei 223.000 Dollar, gezahlt im Jahr zuvor, ebenfalls für eine Birkin Bag.

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Die Beispiele zeigen: In Zeiten niedrigster Zinsen stecken Superreiche viel Geld in exotische Geldanlagen wie Kunst, Autos oder andere Liebhaberstücke. So kommt es zu Auktionsrekorden.
Der Balloon Dog (Orange) des amerikanischen Künstlers Jeff Koons etwa kam bei Christie's 2013 für nicht weniger als 58,4 Millionen Dollar unter den Hammer. Es war damit die "teuerste Arbeit eines lebenden Künstlers, die auf einer Auktion verkauft wurde", so die "New York Times".

DPA/ Christies

Das teuerste Gemälde, das jemals versteigert wurde, ist dieses Bild von Leonardo da Vinci. Es heißt Salvator Mundi und kam bei Christie's in New York im November 2017 für sagenhafte 450,3 Millionen Dollar unter den Hammer.

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Zuvor hielt dieses Bild von Pablo Picasso den Weltrekord: Es heißt Les femmes d'Alger (Version O) und brachte bei Christie's in New York im November 2015 179,4 Millionen Dollar.

Patek Philippe

Im November 2015 fand in Genf auch die Benefiz-Auktion Only Watch 2015 statt, die jedes Jahr für den Kampf gegen die Erbkrankheit Duchenne Muskeldystrophie veranstaltet wird. Bei dem Event wurde diese Spezialanfertigung von Patek Philippe, das Modell 5016A, versteigert. Für das außergewöhnliche Exemplar mit Stahlgehäuse, blauem Zifferblatt und Armband sowie Tourbillon, Minutenrepetition und verschiedenen weiteren Komplikationen zahlte ein Unbekannter sage und schreibe 7,3 Millionen Schweizer Franken (6,6 Millionen Euro). Es war damit zu jener Zeit die teuerste jemals versteigerte Armbanduhr. Nun wurde der Preis durch die Newman-Uhr getoppt.

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Ebenfalls im November 2015 kam in Genf dieser 12,03-karätige blaue Diamant unter den Hammer. Der Blue Moon ging an den Hongkong-Milliardär Joseph Lau, der ihn als Geschenk für seine damals siebenjährige Tochter erwarb. Der Preis: 48,5 Millionen Dollar. Dieser Weltrekord hielt allerdings nicht lange, denn ...

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... in Genf wurde 2016 auch dieser Edelstein versteigert. Es handelt sich um den Oppenheimer Blue, einen blauen 14,6-Karäter, der es auf einen Preis von 57,6 Millionen Dollar brachte.

Macallan

Ähnlich begehrt bei Liebhabern: Guter Whisky. Eine 6-Liter-Abfüllung des Single Malt "Macallan M" versteigerte Sotheby's 2014 für 4,9 Millionen Hongkong-Dollar. Das waren seinerzeit umgerechnet etwa 470.000 Euro, der höchste Preis, der bislang für diese Spirituose gezahlt wurde.

Sothebys

Auch für edlen Wein geben Liebhaber viel Geld aus. Für einige Flaschen dieses Romanée-Conti zahlte ein reicher Asiate auf einer Sotheby's-Auktion in Hongkong 1,6 Millionen Dollar, berichtet der US-Sender CNN.

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Diese chinesische Ming-Schale aus dem 15. Jahrhundert brachte 2014 bei einer Auktion in Hongkong einen Rekordpreis für Porzellan dieser Art. Ein chinesischer Sammler zahlte für das wertvolle Stück, das wegen der Abbildungen unter dem Namen Hühnertasse bekannt ist, 36 Millionen Dollar.

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2014 kam in den USA ein Motorrad unter den Hammer, das dem Anbieter zufolge eine Original-Maschine aus dem US-Kultfilm Easy-Rider war, nämlich die Captain America, auf der in dem Streifen Schauspieler Peter Fonda unterwegs ist (im Bild rechts). Das Bike brachte 1,35 Millionen Dollar, was laut Auktionshaus ein Rekord für Zweiräder auf Versteigerungen ist. Wermutstropfen für den Käufer allerdings: Es gab einen Streit über die Echtheit des Choppers mit dem langgezogenen Lenker und der US-Flaggen-Lackierung auf dem Tank.

Bonhams

Das ist das teuerste jemals versteigerte Auto - jedenfalls gerechnet in US-Dollar. Der Ferrari 250 GTO Berlinetta, Baujahr 1963, kam 2014 in den USA für 38 Millionen Dollar, seinerzeit etwa 28,9 Millionen Euro, unter den Hammer. Das war Weltrekord. Anfang 2016 jedoch ...

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... wurde in Paris dieser Ferrari 335 S Spider Scaglietti versteigert. Das Auto ging für 32 Millionen Euro an einen anonymen Bieter. Damit wurde der vorherige Rekord aus den USA in Euro gerechnet überboten. Weil der Dollar gegenüber dem Euro in der Zwischenzeit gestiegen war, brachte es der Scaglietti aber auf lediglich 36 Millionen Dollar, so dass in der US-Währung nach wie vor der 250 GTO die Nase vorn hat.

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Diese Goldmünze namens Double Eagle von 1933 hat laut US-Sender CNN eine bewegte Vergangenheit. Als eine der letzten Goldmünzen, die in den USA geprägt wurden, wurde sie demnach gestohlen, nach Ägypten gebracht, versteckt und zweimal beinahe zerstört. 2002 wurde das Stück mit einem Nominalwert von 20 Dollar für 7,6 Millionen Dollar versteigert.

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Diesen Glitzertraum von einem Kleid trug US-Filmstar Marylin Monroe, als sie 1962 ihr berühmte "Happy Birthday" für den damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy ins Mikro hauchte. Es war der letzte große Auftritt der Schauspielerin, die noch im selben Jahr verstarb. Als das Kleid für 1,27 Millionen Dollar versteigerte wurde, war das ein neuer Rekord für ein Kleidungsstück auf einer Auktion. Diese fand allerdings bereits im Jahr 1999 statt.

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Ein Pappschild mit zwei Worten drauf, was kann das wert sein? Eingeweihte erkennen jedoch die Unterschrift und können sich den Rest denken: Es handelt sich um das Schild, dass John Lennon während seines Bed-ins mit Gattin Yoko Ono gegen den Vietnam-Krieg 1969 in Montreal kreierte. Versteigert wurde es 2011 für 154.628 Dollar von Christie's.

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Diese wertvolle Briefmarke, die British Guiana One-Cent Magenta, wurde im Juni 2014 in New York für 9,5 Millionen Dollar an einen Unbekannten versteigert. Laut Auktionshaus Sotheby's, das die Versteigerung durchführte, ist die Marke damit gemessen am Verhältnis von Preis zu Größe und Gewicht das teuerste Objekt der Welt.

15. November 2017, New York City. Eine der meistbeachteten Kunstauktionen des Jahres endet mit einer Sensation: Das Bild "Salvator mundi", ein etwa 500 Jahre altes Gemälde des italienischen Meisters Leonardo da Vinci, kommt für sage und schreibe 450,3 Millionen US-Dollar (etwa 380 Millionen Euro) unter den Hammer. Es ist der mit weitem Abstand höchste Preis, der bislang auf einer Auktion für ein Kunstwerk gezahlt wurde. Zuvor hielt den Rekord das Gemälde "Les femmes d'Alger" von Pablo Picasso, das 2015 für rund 180 Millionen Dollar versteigert worden war.

Seit jenem Tag im November beschäftigt vor allem eine Frage die Kunstwelt (und auch zahlreiche Personen darüber hinaus): Wer in aller Welt zahlt einen solchen Betrag für ein einziges Gemälde? Wer also ist der Käufer des "Salvator mundi"? Das Auktionshaus Christie's verweigert seit der Versteigerung jede Information über den Käufer des Bildes.

Verschiedene Spekulationen machten daher in der Zwischenzeit die Runde: War es ein amerikanischer Hedgefonds-Milliardär? Ein superreicher Chinese? Oder wurde das Gemälde gar mit Öl-Dollars aus dem nahen Osten bezahlt? Verschiedene Medien zitierten Fachleute, denen zufolge für diesen Deal lediglich eine sehr überschaubare Käuferschar in Frage käme.

Wer beinahe eine halbe Milliarde Dollar für ein Gemälde bezahlt, ist wahrscheinlich mehr als fünf oder gar zehn Milliarden Dollar schwer, mutmaßte beispielsweise der US-Sender CNBC bereits kurz nach der Auktion. Reichtumsexperten zufolge beschränke das den Kreis möglicher Käufer auf etwa 150 der weltweit mehr als 2000 Milliardäre.

Zuletzt verortete die französische Zeitung "Le Journal du Dimanche" zwei Investmentgesellschaften hinter dem Da-Vinci-Kauf. Sie hätten ein Finanzabkommen mit mehreren großen Museen, so die Zeitung. In dessen Rahmen solle das Gemälde vor allem Museen in Asien und dem Nahen Osten geliehen oder weiterverkauft werden.

Doch damit hat das französische Blatt den Kern der Wahrheit offenbar nicht getroffen, wie jetzt die "New York Times" enthüllt. Der US-Zeitung zufolge handelt es sich bei dem geheimnisvollen Käufer vielmehr um Prinz Bader bin Abdullah bin Mohammed bin Farhan al-Saud aus Saudi-Arabien, einen bislang weitgehend unbekannten Spross aus einem Seitenarm des saudischen Königshauses, der auch als Kunstsammler in der Vergangenheit noch nicht in Erscheinung getreten ist.

Dem Bericht zufolge konnte die "Times" offenbar detaillierte Unterlagen einsehen, aus denen die Identität des Käufers hervorgeht. Weder das Auktionshaus Christie's noch Prinz Bader selbst bestätigten der Zeitung zwar die Informationen. Als die "New York Times" jedoch in Arabien auf Antworten gedrängt habe, habe das Museum Louvre Abu Dhabi am Mittwoch per Twitter angekündigt, der "Salvator mundi" werde dort zu sehen sein, so die Zeitung. Laut "Times" gibt es eine enge Partnerschaft zwischen dem saudischen Königshaus und jenem in Abu Dhabi.

Wer also ist dieser Prinz aus Saudi-Arabien? Laut "New York Times" ist Prinz Bader vor allem eines, nämlich ein Freund und Partner des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Beide seien von der gleichen Generation und hätten auch zur gleichen Zeit die King Saud Universität in Riad besucht, wenn auch nicht gemeinsam. Von der Razzia unter den Reichen und Mächtigen des Landes, die der Kronprinz vor einigen Wochen durchführen ließ, und die mehrere hundert Köpfe der saudischen Wirtschaft in ein Luxusgefängnis namens Hotel Ritz in Riad brachte, wurde Prinz Bader möglicherweise deshalb jedenfalls verschont.


Exklusives Video: Britische BBC filmt im saudischen Luxusknast, dem Hotel Ritz in Riad:


Laut "Times" bekleidet Prinz Bader einige hochrangige Positionen im Umfeld der saudischen Regierung. Unter anderem führe er die Saudi Research und Marketing Gruppe, welche die arabische Zeitung "Al Sharq Al Awsat" und andere Publikationen herausgebe, so der Bericht. Gegenüber Christie's habe er zudem angegeben, sein Vermögen stamme aus Immobiliengeschäften.

Das Auktionshaus musste sich der New York Times" zufolge zunächst vergewissern, dass der Prinz auch über ausreichend Mittel verfügt, bevor es ihn zur Versteigerung zuließ. Das der Preis für den "Salvator mundi" letztlich derart hoch ausfiel, war jedoch offenbar nicht vorgesehen. Eigentlich sei die Zahlung des Kaufpreises in einer Tranche geplant gewesen, berichtet die "New York Times". Angesichts der Summe von 450 Millionen Dollar dürfe der Prinz seine Schuld nun aber in sechs Raten abstottern.

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