Montag, 27. Juni 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Für Renditejäger Auf diese Rohstoffaktien sollten Sie achten

Mine in Südafrika: Unternehmen mit großen Untertage-Aktivitäten trifft die Flaute am härtesten

Die Wachstumsschwäche Chinas hat Rohstoffkonzerne an der Börse unpopulär gemacht - teils zu Unrecht. Sie haben das Zeug zu einem großen Comeback.

Mitten in der Wüste Gobi, ganz im Süden der Mongolei, ragen haushohe blaue Metalltürme, Kräne und Förderbänder aus dem flachen Sandboden. Hier, wenige Hundert Kilometer von der chinesischen Grenze entfernt, bohrt der australisch-britische Rohstoffkonzern Rio Tinto die größte Kupfermine der Welt in den Boden.

Ein Mammutprojekt in Zeiten, in denen der Preis je Tonne Kupfer von rund 10.000 auf 5500 Dollar eingebrochen ist. Doch Craig Kinnell, Rio Tintos Chief Development Officer in Sachen Kupfer, sieht "keinen Grund, irgendetwas zu überdenken". Im Gegenteil: Wegen der niedrigen Förderkosten in der Wüste Gobi - das Kupfer liegt in Bodennähe - werde das Projekt ein Grundpfeiler für den Konzern sein. Die Marge sei selbst bei den gegenwärtigen Tiefstpreisen gesichert. Das bedeute: Rio Tinto könne teurere Minen aus dem Markt drängen.

Analysten teilen Kinnells Zuversicht.

Trotz des Abschwungs seien "breit aufgestellte Konzerne wie Rio Tinto und BHP Billiton gut positioniert, mit ihrem breiten Portfolio unterschiedlichster Rohstoffe und ihren niedrigen Förderkosten", urteilt Branchenkenner Lachlan Shaw von der UBS. Selbst wenn die Kurse weiter fallen, können langfristig orientierte Investoren in Ruhe abwarten. Schließlich sei die jährliche Dividendenrendite von knapp 6 Prozent (Rio) und gut 7 Prozent (BHP) gut abgesichert.

Investment in Rohstoffhändler kann eine Alternative zu Minenaktien sein

Einige Experten raten sogar ganz dezidiert zum Kauf von Rohstoffaktien. Eben weil Anleger die Papiere aufgrund der Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung in China in großem Stil meiden. Der Rohstoffverbraucher Nummer eins steuert derzeit seine Wirtschaft um, weg von einem Geschäftsmodell, das vor allem von Investitionen und der Baunachfrage angetrieben wird, hin zu einer mehr konsumorientierten Volkswirtschaft, die ihre Dynamik stärker aus dem Dienstleistungssektor heraus entfaltet. Das drückt auf die Nachfrage nach Öl, Kohle und anderen Rohstoffen und hat zuletzt auch die Aktien von grundsoliden und hoch wettbewerbsfähigen Minenbetreibern wie Rio Tinto mit in die Tiefe gerissen.

Schürfer und Trader
Attraktive Commodity-Werte
Unternehmen Kurs
Rio Tinto Chart zeigen
BHP Billiton Chart zeigen
Archer Daniels Chart zeigen
Bunge Chart zeigen
Itochu Chart zeigen
Marubeni Chart zeigen
Mitsubishi Corp. Chart zeigen
Mitsui Chart zeigen
Quelle: Greiff Special Situations Fund, Bloomberg
Wer an ein Comeback der Minenaktien nicht glauben mag, der kann auf Rohstoffhändler ausweichen. Die sind von dem Ausverkauf bislang nicht ganz so hart betroffen, weil sie in Jahren mit starken Preissschwankungen oft besonders gut verdienen. Die Händler haben den Überblick über die Warenströme und erkennen Nachfrageschocks bereits früh. Sie kaufen von den Produzenten, halten die Ware im Schnitt weniger als 40 Tage und verdienen am Weiterverkauf.

Citigroup-Analyst Jatinder Goel rechnet vor, dass 85 bis 100 Prozent der Branchengewinne aus Handel und Veredelung stammen. Derzeit profitieren die Commodity Trader zudem von den sehr niedrigen Zinsen. Denn sie nehmen in der Regel kurzfristige Kredite auf, die mit der Ware besichert sind. Günstig bewertet sind gegenwärtig die US-Agrarhändler Archer Daniels und Bunge, japanische Handelshäuser bringen immerhin zwischen 2,5 und 4 Prozent Dividendenrendite (sieht Tabelle).


Alle relevanten News des Tages gratis auf Ihr Smartphone. Sichern Sie sich jetzt die neue kostenlose App von manager-magazin.de. Für Apple-Geräte hier und für Android-Geräte hier.

Gefunden in
portfolio
Dezember 2015

Das Magazin portfolio erscheint als Beilage des manager magazins.

Digitale Ausgabe
Gedruckte Ausgabe
manager magazin testen + Geschenk
Abo
Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH