Mittwoch, 12. Dezember 2018

100 Millionen Euro Anlagevolumen Scalable wird zum Bankenkiller

Mit Scalable hat erstmals ein deutscher Robo-Advisor die 100-Millionen-Euro-Marke durchbrochen

Seit rund 20 Jahren gibt es kostengünstige Indexfonds: Anleger können für 0,2 oder 0,3 Prozent Verwaltungsgebühr mit zwei oder drei dieser Wertpapiere in den weltweiten Aktienmarkt investieren.

Das wäre für die meisten Sparer die beste Lösung, denn über 20 oder 30 Jahre hinweg bringen Aktien mit Abstand die beste Rendite - in Deutschland trotz zweier Weltkriege und der Weltwirtschaftskrise sowie spektakulären Crashs waren es von 1900 bis 2015 pro Jahr durchschnittlich 3,3 Prozent. Real, also nach Abzug des Kaufkraftverlusts durch die Inflation.

In friedlicheren Zeiten ist die Rendite deutlich höher: von 1966 bis 2015 brachten Aktien pro Jahr durchschnittlich 5,6 Prozent Rendite. Das Kapital in Indexfonds weltweit ist seit 2000 von 100 Milliarden auf aktuell 3200 Milliarden Dollar explodiert.

Viele Anleger zahlen zu hohe Provisionen

Die Konsequenz für Sparer liegt auf der Hand: Indexfonds kaufen, liegenlassen, Altersvorsorge erledigt. Sollte man meinen.

Leider kaufen aber nur sehr wenige Anleger Indexfonds mit niedrigen Gebühren - stattdessen zahlen die meisten hohe Provisionen an Versicherungs- oder Bankberater sowie an Fondsmanager. Deshalb bleibt von der schönen Aktienrendite oft wenig übrig. Außerdem haben die Deutschen viel zu wenig Aktien.

Wer die günstigen Aktien-Indexfonds kauft, der zockt leider oft damit: Indexfonds-Anleger liegen bei der Rendite im Durchschnitt rund 7 Prozent schlechter als der gesamte Aktienmarkt, zeigen Daten einer deutschen Onlinebank, die der Ökonom Andreas Hackethal von der Goethe-Universität Frankfurt analysiert hat.

Werden die Anleger es nie lernen? Wird das Gejammer über die Nullzinsen (siehe "Bild am Sonntag"-Titelseite vom Wochenende) ewig weitergehen, während die Sparer Aktien verschmähen, die es per Indexfonds einfach und günstig zu erwerben gibt?

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