Dienstag, 28. Juni 2016

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Kluft zwischen Reich und Arm wächst Hälfte der Deutschen besitzt 1 Prozent des Vermögens

Immobilien und Sportwagen: Reichtum in Deutschland spiegelt sich nicht selten auch in diesen Insignien wider

Die Reichen in Deutschland setzen sich immer mehr von der Mittelschicht und den armen Menschen in Deutschland ab. 10 Prozent der Haushalte verfügten im Jahr 2013 über 51,9 Prozent des Nettovermögens, berichtet die "Passauer Neue Presse" am Montag unter Berufung auf den neuen Armuts- und Reichtumsbericht des Bundessozialministeriums. Im Jahr 1998 seien es noch 45,1 Prozent des Nettovermögens gewesen.

Demnach verfügten die unteren 50 Prozent der Haushalte 2013 über 1 Prozent des Nettovermögens in Deutschland, im Jahr 1998 waren es noch 2,9 Prozent gewesen. Grundlage ist dem Bericht zufolge die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS), die alle fünf Jahre erhoben wird.

Die Linksfraktion im Bundestag verlangt angesichts der Entwicklung ein Umsteuern. "In Deutschland findet eine enorme Umverteilung von unten nach oben statt, die man deutlich anhand der offiziellen Statistiken ablesen kann", sagte Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann dem Blatt. Dieser Entwicklung müsse Einhalt geboten werden, sagte Zimmermann und forderte eine Millionärssteuer, bei der die erste Million des Vermögens steuerfrei bleibt. Danach solle ein Steuersatz in Höhe von 5 Prozent erhoben werden.

Zeit für eine Reichensteuer, findet die Linksfraktion

Zuletzt hatte eine Studie der Hilfsorganisation Oxfam für Aufsehen gesorgt, wonach die 62 reichsten Menschen der Welt so viel besitzen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung.

Die Geschwindigkeit, mit der die Kluft zwischen Arm und Reich wächst, ist nach Angaben der Hilfsorganisation dabei noch größer als erwartet. Dem Oxfam-Bericht zufolge droht soziale Ungleichheit die Fortschritte bei der Armutsbekämpfung zunichte zu machen.

Als Grund für die Entwicklung führte Oxfam die unzureichende Besteuerung von großen Vermögen und Kapitalgewinnen sowie die Verschiebung von Gewinnen in Steueroasen an. Die Studie von Oxfam ist nicht unumstritten.

rei/afp/Reuters

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