Dienstag, 27. Juni 2017

Wallfahrtsort Aparecida Papst wettert gegen Geldgier der Jugend

Ankunft in Aparecida: Papst Franziskus kritisierte die Wertvorstellungen junger Menschen

Vor seinem Besuch auf dem Weltjugendtag hat Papst Franziskus den jungen Menschen ins Gewissen geredet. Ihre Götzen seien Geld, Erfolg, Macht und Vergnügen - dabei sollten sie lieber eine gerechte Welt aufbauen.

Rio de Janeiro/Aparecida - Papst Franziskus hat im brasilianischen Wallfahrtsort Aparecida vor "vergänglichen Götzen" gewarnt und zu einer Rückkehr zum wahren Glauben aufgerufen. In seiner ersten Messe auf brasilianischem Boden wetterte Franziskus am Mittwoch in der Basilika von Aparecida gegen Geld, Erfolg, Macht und Vergnügen als die Götzen auch vieler junger Leute.

Vor bis zu 200.000 Menschen stellte der Papst christliche Werte wie Großherzigkeit, Ausdauer und Brüderlichkeit dagegen. "Der Stärkste ist Gott, und Gott ist unsere Hoffnung", sagte er. Junge Menschen sollten dabei unterstützt werden, eine bessere Welt aufzubauen.

Wie zuvor in Rio war der argentinische Papst in dem bedeutenden Wallfahrtsort jubelnd empfangen worden. Strikteste Sicherheitsmaßnahmen begleiteten seinen Besuch, nachdem am Sonntag in Aparecida ein selbstgebauter Sprengsatz von der Polizei gefunden und entschärft worden war.

Erbauer einer gerechteren, solidarischeren und brüderlicheren Welt

Am Abend zuvor hatte die katholische Kirche mir einer Messe vor hunderttausenden Gläubigen in Rio de Janeiro ihren Weltjugendtag begonnen. An dem weltgrößten Katholikentreffen nehmen bis Sonntag etwa 1,5 Millionen Pilger teil, darunter etwa 2000 aus Deutschland. Franziskus stößt erst am Donnerstag dazu.

Am Strand von Copacabana hieß Rios Erzbischof Orani João Tempesta Jugendliche aus 175 Ländern willkommen. "In dieser Woche verwandelt sich Rio in das lebendige und junge Zentrum der Kirche", sagte er in seiner Predigt, die über riesige Bildschirme entlang des kilometerlangen Strandes übertragen wurde. "Wir sind aufgerufen, die Protagonisten einer neuen Welt zu sein. ... Die Welt braucht Jugendliche wie Euch!".

Franziskus hatte sich am Tag der Eröffnung ausgeruht und machte sich dann am Mittwoch bei schlechtem Wetter per Flugzeug und Helikopter auf zum bedeutendsten Wallfahrtsort Brasiliens. In einer Kapelle betete er zur Mutter Gottes und bat um ein gutes Gelingen des Weltjugendtages.

In seiner Predigt rief Franziskus dann dazu auf, "die Hoffnung zu bewahren, sich von Gott überraschen zu lassen und in der Freude zu leben." Eltern und Erzieher sollten den jungen Menschen dabei helfen, "Erbauer einer gerechteren, solidarischeren und brüderlicheren Welt zu werden".

nis/dpa

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