Freitag, 18. Januar 2019

140 Prozent plus in drei Jahren Dieses Metall ist die vielleicht heißeste Wette für Geldanleger

Palladium-Barren bei einem Hersteller in Russland: Das Edelmetall wird seit Jahren immer teurer - aber wie lange noch?

Gold als bedeutendstes Edelmetall und beliebte Geldanlage sagt selbstverständlich jedem etwas, ebenso wie Silber. Von Platin haben die meisten ebenfalls schon gehört. Aber Palladium? Das ist ein silberweiß schimmerndes Material, das ebenfalls zu den Edelmetallen zählt. Eingesetzt wird es vor allem in der Autoindustrie - doch angesichts der Entwicklung des Palladium-Preises in den vergangenen Jahren sollten womöglich auch Geldanleger einen Blick auf diesen Nischenmarkt riskieren. Die Finanzindustrie jedenfalls bietet bereits eine Reihe von Anlageprodukten an, über die Investoren auf einen weiteren Anstieg des Palladium-Preises setzen können.

Seit etwa zehn Jahren befindet sich der Preis des Edelmetalls - abgesehen von einer Korrektur in den Jahren 2014 und 2015 - in einem Aufwärtstrend. Der nahm zuletzt noch einmal gehörig Fahrt auf: Allein seit Anfang 2016 stieg der Palladium-Preis um 140 Prozent. Auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China, der im vergangenen Jahr für eine Preisschwäche bei zahlreichen Rohstoffen verantwortlich gemacht wurde, konnte daran nichts ändern.

Die Sanktionen dagegen, die die USA gegen Russland verhängt haben, gelten als zusätzlicher Preistreiber für Palladium. Schließlich ist Russland vor Südafrika, Kanada und den USA der weltweit größte Förderer des Metalls.

Folge: Im Dezember 2018 überflügelte Palladium erstmals seit 2002 wieder den Goldpreis. Während Gold derzeit bei 1280 Dollar je Unze notiert, erreichte Palladium in dieser Woche bei beinahe 1340 Dollar je Unze ein weiteres Rekordhoch.

Als Ursache dieser rasanten Wertentwicklung gilt vor allem die schon heute knappe Verfügbarkeit von Palladium sowie die Spekulation darauf, dass sich daran auch künftig nicht viel ändern wird. Mehr als 70 Prozent des weltweit verarbeiteten Palladiums landet in der Autoindustrie, und zwar in Katalysatoren von Benzinmotoren. Angesichts des Dieselskandals und seiner Folgen sowie immer strengerer Emissionsgrenzen, so die Überlegung, könnte die Nachfrage von dieser Seite künftig weiter steigen.

Weitere Einsatzgebiete für Palladium finden sich in der Elektronikindustrie, in der Chemiebranche, in der Zahnkosmetik sowie in der Schmuckproduktion. Insgesamt etwa 7,1 Millionen Unzen (oder rund 200 Tonnen) des Edelmetalls wurden auf diese Weise im vergangenen Jahr rund um den Globus verarbeitet, so die Investmentgesellschaft Sprott in einer Analyse mit Verweis auf Daten des Chemieunternehmens Johnson Matthey. Das Palladium-Angebot dagegen habe 2018 bei lediglich 6,9 Millionen Unzen gelegen, heißt es weiter. Die Lücke zwischen Nachfrage und Angebot, so die Daten von Johnson Matthey, bestehe bereits seit sieben Jahren und summiere sich inzwischen auf weltweit rund 800.000 Unzen.

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