Sonntag, 24. März 2019

Wichtiges Metall für Autoindustrie 1500 Dollar - Palladium-Preis steigt auf Rekordhoch

Palladium-Barren bei einem Hersteller in Russland: Das Edelmetall wird seit Jahren immer teurer - aber wie lange noch?

Am Markt für Edelmetalle setzt sich die Palladium-Preisrallye fort. Das Metall verteuert sich seit Monaten rasant, weil Marktteilnehmer davon ausgehen, dass die Autoindustrie, wo Palladium vor allem verarbeitet wird, künftig einen steigenden Bedarf dafür haben wird. Schon jetzt gilt das Angebot am Markt als zu gering. Folge: In dieser Woche übersprang der Palladium-Preis die Marke von 1500 Dollar je Unze und damit auf ein Rekordhoch. Viele Beobachter rechnen damit, dass der Aufwärtstrend noch eine Weile weitergehen wird.

Seit etwa zehn Jahren befindet sich der Preis des Edelmetalls - abgesehen von einer Korrektur in den Jahren 2014 und 2015 - in einem Aufwärtstrend. Der nahm zuletzt noch einmal gehörig Fahrt auf: Allein seit Anfang 2016 stieg der Palladium-Preis inzwischen um etwa 160 Prozent. Auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China, der im vergangenen Jahr für eine Preisschwäche bei zahlreichen Rohstoffen verantwortlich gemacht wurde, konnte daran nichts ändern.

Die Sanktionen dagegen, die die USA gegen Russland verhängt haben, gelten als zusätzlicher Preistreiber für Palladium. Schließlich ist Russland vor Südafrika, Kanada und den USA der weltweit größte Förderer des Metalls.

Folge: Im Dezember 2018 überflügelte Palladium erstmals seit 2002 wieder den Goldpreis. Auch Gold stieg in den vergangenen Wochen auf ein Zehn-Monats-Hoch von zuletzt 1344 Dollar je Unze. Palladium jedoch eilt auf und davon.

Als Ursache dieser rasanten Wertentwicklung gilt vor allem die schon heute knappe Verfügbarkeit von Palladium sowie die Spekulation darauf, dass sich daran auch künftig nicht viel ändern wird. Mehr als 70 Prozent des weltweit verarbeiteten Palladiums landet in der Autoindustrie, und zwar in Katalysatoren von Benzinmotoren. Angesichts des Dieselskandals und seiner Folgen sowie immer strengerer Emissionsgrenzen, so die Überlegung, könnte die Nachfrage von dieser Seite künftig weiter steigen.

Weitere Einsatzgebiete für Palladium finden sich in der Elektronikindustrie, in der Chemiebranche, in der Zahnkosmetik sowie in der Schmuckproduktion. Insgesamt etwa 7,1 Millionen Unzen (oder rund 200 Tonnen) des Edelmetalls wurden auf diese Weise im vergangenen Jahr rund um den Globus verarbeitet, so die Investmentgesellschaft Sprott in einer Analyse mit Verweis auf Daten des Chemieunternehmens Johnson Matthey. Das Palladium-Angebot dagegen habe 2018 bei lediglich 6,9 Millionen Unzen gelegen, heißt es weiter. Die Lücke zwischen Nachfrage und Angebot, so die Daten von Johnson Matthey, bestehe bereits seit sieben Jahren und summiere sich inzwischen auf weltweit rund 800.000 Unzen.

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