Mittwoch, 15. August 2018

Riesen-Anlageskandal nimmt Fahrt auf Chaos und tausende Phantom-Container bei Pleitefirma P&R

Container in Newark, USA

Im Zusammenhang mit der Großpleite der Münchener Kapitalanlagegruppe P&R, von der mehr als 50.000 Investoren mit einem Anlagevolumen von vermutlich etwa 3,5 Milliarden Euro betroffen sind, kommen zunehmend Unregelmäßigkeiten ans Tageslicht. Medienberichten zufolge schaut sich inzwischen auch die Staatsanwaltschaft München den Fall an.

Schon vor einigen Wochen hatte der Fachjournalist Stefan Loipfinger auf verdächtige Lücken in von ihm untersuchten Geschäftsberichten von P&R-Firmen hingewiesen, worüber auch manager magazin online berichtet hatte.

Inzwischen stellt sich offenbar die Frage, ob die angeblichen 1,2 Millionen Container, die P&R an private Investoren verkauft hat, überhaupt in voller Anzahl existieren. Insolvenzverwalter Michael Jaffé aus München hatte in einem Zwischenbericht bereits darüber informiert, dass P&R in den Jahren 2016 und 2017, als offenbar allmählich das Geld knapp wurde, Container verkauft hatte, um mit dem Erlös Mietzahlungen an andere Investoren leisten sowie versprochene Rückkäufe tätigen zu können. Die dabei eingenommenen Gelder standen also kaum für den Erwerb der entsprechenden Stahlboxen zur Verfügung.

Die "Süddeutsche Zeitung" zitierte in dem Zusammenhang kürzlich wiederum den Analysten Loipfinger, der davon ausgehe, "dass viele Container gar nicht mehr da seien".

Loipfinger belegt den Verdacht mit einer Rechnung, die er auf Grund von Angaben aus P&R-Bilanzen aufgestellt hat. Demnach investierten Anleger vor allem 2015 und 2016 viel Geld in neue Container bei P&R, denn zu der Zeit waren die Boxen in China extrem günstig zu haben.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH