Mittwoch, 21. November 2018

Gewinnwarnung schockt Anleger Anleger knipsen Osram-Aktie aus

Weniger Umsatz, weniger Gewinn: Osram-Anleger trennen sich am Donnerstag in großem Stil von der Aktie

Die Kunden in der Automobil- und Mobilfunkindustrie bereiten Osram derzeit wenig Freude. Der Lichttechnikkonzern muss seine Prognosen für das Geschäftsjahr nach unten schrauben. Anleger reagieren äußerst verschnupft, denn es ist die zweite Gewinnwarnung in diesem Jahr. Die im MDax notierte Aktie verliert zweistellig.

Wegen der wachsenden Unsicherheit bei den Hauptkunden aus der Autoindustrie hat der Lichttechnikkonzern Osram erneut seine Ziele nach unten geschraubt. Für das Geschäftsjahr 2018 erwartet der Vorstand jetzt nur noch ein Umsatzplus zwischen 1 und 3 Prozent statt wie zuletzt zwischen 3 und 5 Prozent.

Auch beim Gewinn revidierte das Unternehmen seine Prognose: So soll der operative Gewinn (bereinigtes Ebitda) zwischen 570 und 600 Millionen Euro liegen; bislang waren rund 640 Millionen Euro angekündigt, nach 695 Millionen Euro im Geschäftsjahr zuvor. Die Anleger reagierten mit drastischen Aktienverkäufen auf die Nachricht. Die Aktie von Osram Börsen-Chart zeigen verlor in der Spitze mehr als 11 Prozent.

Handels- und Vertriebsbeschränkungen sowie Planungsrisiken hätten bei den Autobauern "zu einer spürbaren Verunsicherung geführt". Osram macht rund die Hälfte seines Geschäfts mit der Fahrzeugindustrie.

Bereits im April musste Osram die Prognosen revidieren

Als weiteren Grund für die erneute Prognosesenkung nannte der Konzern Projektverschiebungen bei Kunden aus der Mobilfunkindustrie und Gewächshausbeleuchtung. Die Realisierung sei jetzt für das Geschäftsjahr 2019 geplant.

Osram hatte bereits im April niedrigere Gewinn- und Umsatzziele ausgegeben; damals machte vor allem der schwache Dollar den Bayern einen Strich durch die Rechnung. Währungseffekte und hoher Preisdruck sorgten beim Osram-Konkurrent Zumtobel im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 für einen Verlust, wie der österreichische Konzern mitteilte. Zumtobel strich deshalb die Dividende.

Osram kündigte an, den Sparkurs zu beschleunigen. Dazu gehöre "eine spürbare Reduzierung" der Verwaltungskosten und ein Umbau der Werkslandschaft. Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern sollten bereits im Juli 2018 abgeschlossen werden. Osram hatte im vergangenen Jahr angekündigt, rund 600 bis 700 Arbeitsplätze zu streichen. Zudem will der Konzern jetzt beim Einkauf stärker sparen und die Effizienz in Forschung und Entwicklung steigern; entsprechende Maßnahmen würden derzeit vorbereitet, hieß es in der Mitteilung weiter.

rei/Reuters

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