Mittwoch, 12. Dezember 2018

Kartell tagt und feilscht Opec spricht Öl-Förderkürzung mit Moskau ab

Kreml in Moskau: Obwohl kein Opec-Staat ist Russland wichtiger Rohstofflieferant. Deshalb will das Öl-Kartell Opec die geplante Förderkürzung mit dem Kreml absprechen

Zum Spitzentreffen der Opec-Staaten geben die Ölpreise leicht nach. Über eine gekürzte Förderung scheinen sich die Erdöl fördernden Länder einig zu sein. Gefeilscht wird aber über den Beitrag, den jedes Land als auch nicht Opec-Staaten wie Russland leisten sollen.

Die Opec macht eine Drosselung der Ölfördermenge von einer Teilnahme Russlands abhängig. Fünf Delegierte des Treffens der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) in Wien sagten am Donnerstag, das Kartell warte noch auf eine Entscheidung von Nicht-Opec-Mitglied Russland. Der russische Energieminister Alexander Nowak sei für ein Gespräch mit Präsident Wladimir Putin zurück nach Moskau geflogen. Er werde am Freitag wieder in Wien erwartet.

Die Ölpreise gaben am Morgen vor dem mit Spannung erwarteten Treffen des Ölkartells leicht nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen kostete 61,15 US-Dollar. Das waren 41 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 52 Cent auf 52,38 Dollar.

Die Opec-Mitglieder wollen darüber beraten, wie die zuletzt gesunkenen Ölpreise wieder höher getrieben werden können. "Ich bin optimistisch. Es wird eine Einigung geben, aber es ist unklar wie viel die Opec und wie viel Nicht-Opec-Länder beisteuern", sagte ein Delegierter. Die Gespräche dauerten an.

Saudi-Arabien möchte Russland davon überzeugen, zu der Förderdrosselung mindestens 250.000 bis 300.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag beizusteuern, wie mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten.

Insgesamt soll die Reduzierung 1,3 Millionen Barrel pro Tag betragen. Saudi-Arabien und die von ihr angeführte Opec sehen sich aber auch wiederholten Forderungen von US-Präsident Donald Trump ausgesetzt, für niedrige Ölpreise zu sorgen.

Die Opec-Staaten und die mit ihnen verbündeten Länder außerhalb der Opec, scheinen sich bereits auf die Notwendigkeit einer Produktionsverringerung verständigt zu haben. Dies hatte der Energieminister Omans, Mohammed Al Rumhi, am Mittwochabend in Wien gesagt. Allerdings bestehe noch keine Einigkeit über das Ausmaß der Kürzung. Der Markt rechnet offenbar mit einer Verringerung der Tagesproduktion um etwa eine Million Barrel.

rei/Reuters/dpa

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