Mittwoch, 19. September 2018

Uhren, Oldtimer, Kunst, Möbel Preise steigen in 10 Jahren um bis zu 470 Prozent

Liebhaberstücke vs. Kapitalanlagemarkt: Was die höchste Rendite bringt
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DPA/Radio Bremen/WDR/ Loriot

Oldtimer, Kunst, Uhren und Co. - die Preise exotischer Geldanlagen sind in den vergangenen Jahren zum Teil enorm gestiegen. Aber welcher Liebhabermarkt brachte die höchsten Renditen? Eine Analyse schafft Klarheit.

Hamburg - Eine historische Münze für mehr als 500.000 Pfund, eine Briefmarke für beinahe zehn Millionen Dollar, eine Flasche Whisky für rund eine halbe Million Euro - geht es um Liebhaberei, dann ist den Superreichen in aller Welt kaum ein Preis zu hoch. Zusätzlich haben sich viele solcher Luxusgüter zuletzt verteuert, weil Investoren anderswo keine ausreichende Rendite mehr zu erhalten glauben. Zu niedrig erscheint ihnen das Zinsniveau.

Eine aktuelle Erhebung hat nun allerdings ergeben: Zwar gibt es einige Bereiche der Liebhaberei, in denen die Preise zuletzt tatsächlich enorm gestiegen sind. Insgesamt zeigt sich aber unter Geldanlagegesichtspunkten zumindest auf kurze bis mittlere Sicht ein differenziertes Bild. Das liegt auch daran, dass die Aktienmärkte in den vergangenen Jahren florierten.

Was das im Klartext heißt, hat die Londoner Immobilienberatung Knight Frank in ihrem aktuellen "Wealth Report" zusammengestellt. Demnach performten auf Sicht von einem Jahr sowie auf Sicht der vergangenen fünf Jahre lediglich Oldtimer sowie Münzen besser als der Aktienmarkt.

Andere exotische Anlagegüter wie etwa Luxusuhren, Schmuck, Briefmarken, Kunst oder Wein konnten sich mit diesem zeitlichen Horizont nicht besser entwickeln als die Börse, gemessen am Londoner Standardindex FTSE 100 Börsen-Chart zeigen. Auch Luxusimmobilien in London legten auf kurze bis mittlere Sicht laut Knight Frank eine bessere Performance hin als die Sammlerstücke.

Auf lange Sicht liegen die exotischen Anlagegüter vorn

Knight Frank fasst die Performance von Luxusgütern seit einigen Jahren in seinem Knight Frank Luxury Investment Index (KFLII) zusammen. Grundlage sind zahlreiche Spezialindizes, die für die einzelnen Anlagesegmente von verschiedenen Experten geführt werden und auf die Knight Frank seine Analyse bezieht. Für den Oldtimermarkt etwa dient der etablierte HAGI Index für klassische Automobile als Referenz.

Aktuelles Ergebnis: Der KFLII hat in den vergangenen zwölf Monaten um 6 Prozent zugelegt. Auf Sicht von fünf Jahren ging es um 44 Prozent aufwärts. Demgegenüber steht eine Performance des FTSE 100 in den vergangenen zwölf Monaten von 9 Prozent und in den vergangenen fünf Jahren von 59 Prozent. Londoner Luxusimmobilien legten in einem Jahr um 8 Prozent zu und in fünf Jahren um 66 Prozent.

Auf längere Sicht allerdings dreht sich das Bild - dann schlagen fast alle exotischen Investmentgüter die klassischen Geldanlagen. Einzige Ausnahme: Gold Börsen-Chart zeigen, dessen Preis auf Sicht von zehn Jahren noch komfortabel im Plus liegt.

Der FTSE 100 dagegen stieg laut Knight Frank innerhalb der vergangenen zehn Jahre lediglich um 51 Prozent. Mit den Immobilienpreisen im Luxussegment der britischen Hauptstadt ging es immerhin um 135 Prozent nach oben.

Das ist allerdings nichts gegen die Preiszuschläge bei vielen Sammlerstücken, wie Knight Frank auflistet:

  • Oldtimer: plus 469 Prozent
  • Kunst und Wein: jeweils plus 226 Prozent
  • Münzen: plus 221 Prozent

um nur die Spitzenreiter zu nennen.

Insgesamt verzeichnet der KFLII in der Zehn-Jahres-Spanne einen Anstieg um 182 Prozent. Lediglich antike Möbel befinden sich nicht im Aufschwung. Für sie notiert Knight Frank Preisrückgänge von 24 Prozent innerhalb von zehn Jahren.

"Der hohe Gewinn erklärt, warum Sammlerobjekte wie Kunst, Oldtimer oder Briefmarken immer stärker als Investment als nur als reiner Besitz betrachtet werden", kommentiert Andrew Shirley, Herausgeber des "Wealth Report" bei Knight Frank. "Doch man sollte nicht automatisch von einem Wertzuwachs ausgehen, besonders nicht in Sektoren, in denen sich die Mode und der Geschmack rasch ändern."

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