Donnerstag, 25. August 2016

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Brent-Ölpreis fällt weiter OPEC-Ölflut drückt Ölpreis auf Sechsjahrestief

Überangebot: Obwohl die Nachfrage schwächelt, flutet die OPEC den Markt mit Öl - bis die letzte Fracking-Pumpe in den USA außer Betrieb ist

Die Aussicht auf eine anhaltende Ölflut hat den Preis für diesen Rohstoff am Montag erneut auf Talfahrt geschickt. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee büßte am Montag bis zu 2,6 Prozent ein und war mit 41,90 Dollar je Barrel (159 Liter) so billig wie zuletzt vor etwa sechseinhalb Jahren. Das US-Öl WTI fiel um 3,4 Prozent auf ein Dreieinhalb-Monats-Tief von 38,61 Dollar.

Auslöser der jüngsten Verkäufe ist die Entscheidung der Opec vom Freitag, die Ölproduktion auf ihrem aktuell hohen Niveau zu halten. "Das hat mich zwar nicht überrascht, aber es öffnet die Tür für einen weiteren Preisverfall", sagte Analyst Fawad Razaqzada vom Online-Broker Gain. Für den drastischen Preisverfall gibt es neben der OPEC-Entscheidung jedoch noch mehrere Gründe.

Die Kurse der lang laufenden Terminkontrakte gingen ebenfalls zurück. Ein Fass Brent zur Lieferung im Dezember 2022, dass vor der Entscheidung des Öl-Kartells noch mehr als 60 Dollar gekostet hatte, verbilligte sich auf unter 60 Dollar.

Ölpreis binnen 18 Monaten mehr als halbiert

Offenbar schwinde die Hoffnung auf eine baldige Erholung des Ölpreises, sagte Oystein Berentsen, Geschäftsführer der Rohöl-Sparte beim Rohstoff-Händler Strong Petroleum. "Die Leute rechnen mit längerfristig niedrigen Preisen." Den Experten von Goldman Sachs zufolge ist ein Rückgang auf bis zu 20 Dollar je Barrel möglich.

Wegen des weltweiten Überangebots hat sich der Ölpreis seit Mitte 2014 mehr als halbiert. Hintergrund ist der Anstieg der Förderung im Zuge des Schiefergas-Booms in den USA mit Hilfe der umstrittenen Fracking-Technik. Zudem schwächelt die Nachfrage infolge der mauen Weltkonjunktur.

Opec-Produzenten wie Saudi-Arabien lehnen es aber ab, die Preise durch eine Reduzierung der Fördermengen wieder nach oben zu treiben. Ihnen geht es vor allem darum, ihre Marktanteile zu verteidigen. In Deutschland spielt Saudi-Arabien als Rohstofflieferant dagegen kaum noch eine Rolle - Schleswig Holstein hat die Saudis unterdessen überholt.

la/dpa

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