Montag, 10. Dezember 2018

Erholung nach Absturz? So können Anleger auf einen steigenden Ölpreis wetten

Ölförderung in Bahrain: Der niedrige Ölpreis setzt die Förderstaaten unter Druck.

Kaum ein Wert am Finanzmarkt schwankt derzeit so stark wie der Ölpreis: Zunächst ging es von 2016 bis Anfang Oktober dieses Jahres um mehr als 100 Prozent aufwärts, dann folgte eine Talfahrt, mit einem Minus von inzwischen mehr als 30 Prozent. Diese Woche begann der Ölpreis zwar mit einer leichten Erholung. Doch wird die auch von Dauer sein?

Das ist derzeit die Gretchenfrage: Wie geht es weiter mit dem Ölpreis? Die Antwort kennt niemand, doch es gibt Argumente, die sich anführen lassen. Anhand derer lässt sich die eine oder andere Einschätzung zur künftigen Richtung des Ölpreises zumindest begründen.

Für den massiven Druck auf den Ölpreis sind Beobachtern zufolge vor allem drei Faktoren verantwortlich:

  • Die Abkühlung der Konjunktur in weiten Teilen der Weltwirtschaft lässt die Nachfrage nach Öl schwächeln.
  • Die USA produzieren wieder verstärkt "Schieferöl", was sich auch daran ablesen lässt, dass die Vereinigten Staaten derzeit Woche für Woche überraschend hohe Lagerbestände melden.
  • Die USA hatten zunächst Wirtschaftssanktionen gegen Iran wieder in Kraft gesetzt, sodass das Land als Exporteur am Weltmarkt eigentlich weitgehend ausgefallen wäre. Inzwischen haben die Amerikaner jedoch einer Reihe von Ländern Ausnahmen von diesen Sanktionen genehmigt - diese Staaten dürfen also trotz der Sanktionen Öl aus Iran beziehen. Weil andere Produzenten - allen voran Saudi-Arabien - in der Zwischenzeit bereits Fördersteigerungen beschlossen hatten, um den Ausfall Irans auszugleichen, führt dies zu einem Überangebot am Ölmarkt.

Vor allem dem zuletzt genannten Grund wird am Ölmarkt viel Aufmerksamkeit geschenkt. Denn er liefert den wohl wichtigsten Ansatzpunkt, um über die künftige Entwicklung des Ölpreises nachzusinnen: Wie wird es mit dem Öl-Angebot nach den skizzierten Entwicklungen weitergehen? Werden die Opec-Länder mit Saudi-Arabien an der Spitze sowie deren Verbündete wie Russland trotz der Ausnahmen von den Iran-Sanktionen, die die USA eingeräumt haben, an den erhöhten Förderquoten festhalten? Oder schrauben sie ihre Förderung demnächst wieder zurück, etwa aus purem Eigeninteresse an einem höheren Ölpreis?

Seite 1 von 2

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH