Freitag, 22. März 2019

Niedrigzinsen im Euroraum Zinstief erspart Deutschland 368 Milliarden Euro - und enteignet deutsche Sparer

Der deutsche Staat profitiert als Schuldner von den Niedrigzinsen. Für private Sparer ist das Zinstief dagegen bitter

Der deutsche Staat spart dank der Niedrigzinsen im Euroraum Milliarden. Nach Berechnungen der Bundesbank beläuft sich die Ersparnis seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 gegenüber dem Zinsniveau von 2007 auf bislang insgesamt 368 Milliarden Euro. Der deutsche Fiskus ist damit der größte Profiteur der Niedrigzinsen, gefolgt von Frankreich mit einer Ersparnis von 350 Milliarden Euro und dem hoch verschuldeten italienischen Staat mit 262 Milliarden Euro.

Den Berechnungen zufolge belief sich die Zinsersparnis von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen in Europas größter Volkswirtschaft allein im vergangenen Jahr auf 55 Milliarden Euro. Der Fiskus kommt wegen der Niedrigzinsen billiger an Geld. Die Euro-Zone insgesamt hat verglichen mit dem Niveau von 2007 demnach 1,42 Billionen Euro an Zinsen eingespart.

Für Sparer ist das Zinstief bei steigender Inflation dagegen bitter. Sparbuch und Co werfen kaum noch etwas ab. Solange die Teuerungsrate nahe der Nulllinie dümpelte, glich sich das in etwa aus. Bei den inzwischen wieder stärker steigenden Verbraucherpreisen verlieren Sparer unter dem Strich aber Geld. Da langfristige Sparpläne wie Lebensversicherungen ebenfalls kaum noch Zinsen abwerfen, kostet die Niedrigzinspolitik der vergangenen Jahre den privaten Sparer Milliarden.

la/dpa-afx

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