Dienstag, 31. Mai 2016

Energieversorger Eon fordert nach Gewinneinbruch Hilfen für Kraftwerke

Atomkraftwerk Isar: Der größte deutsche Energiekonzern Eon will den Rückbau seiner stillgelegten Anlagen Isar I (Bayern) und Unterweser (Niedersachsen) am liebsten durch eine bundeseigene Stiftung finanzieren

Deutschlands größter Energiekonzern Eon leidet weiter unter fallenden Preisen an den Strombörsen und der niedrigen Auslastung seiner Kohle- und Gaskraftwerke. Konzernchef Teyssen fordert Hilfen - und befeuert die Debatte um eine "Bad Bank" für die Atomsparte.

Düsseldorf - Der um Sonderposten bereinigte Konzernüberschuss von Eon Börsen-Chart zeigen fiel in den ersten drei Monaten um 13 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro, wie das im Dax notierte Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Auch der Wegfall des Gewinns aus verkauften Unternehmensteilen spielte eine Rolle.

Das Geschäft mit erneuerbaren Energien legte dagegen zu. Der Umsatz ging um 11 Prozent auf 31,82 Milliarden Euro zurück, das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) lag mit 3,16 Milliarden Euro 12 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Analysten hatten in etwa mit Zahlen in dieser Größenordnung gerechnet, lediglich der Umsatz sank stärker als erwartet. Die Prognose für das laufende Jahr bestätigte Eon Börsen-Chart zeigen : Der Konzern erwartet ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 8,0 bis 8,6 Milliarden Euro und einen bereinigten Gewinn von 1,5 bis 1,9 Milliarden Euro - 2013 hatte sich der Gewinn auf 2,2 Milliarden Euro fast halbiert.

Eon hatte am Montag mitgeteilt, erneut 200 Millionen Euro in seine Beteiligung in Brasilien nachschießen zu müssen.

Eon-Chef fordert Hilfen für Kohle- und Gaskraftwerke

Nach dem erneuten Gewinnrückgang dringt Eon-Chef Johannes Teyssen auf Hilfen für die schwächelnden Kohle- und Gaskraftwerke. Er hoffe, dass die Bundesregierung kurzfristig einen Weg einschlage, um die Stromerzeugung aus ständig verfügbaren Kraftwerken durch eine angemessene Vergütung abzusichern, schrieb der Manager in dem am Dienstag veröffentlichten Quartalsbericht an die Aktionäre.

"Deutschland ist unser wichtigster Markt, aber auch der mit den größten Herausforderungen durch Politik und Regulierung", erklärte Teyssen. Eon sei überzeugt, dass die Energiewende effizient und sicher gestaltet werden könne.

Rufe der Versorger nach dem Staat werden lauter

Eon Börsen-Chart zeigen macht in Deutschland wie RWE Börsen-Chart zeigen , EnBW, Vattenfall und zahlreichen Stadtwerken die Konkurrenz durch den Ökostrom zu schaffen. Diese lässt die Börsenpreise purzeln und drängt die Gas- und Kohlekraftwerke aus dem Markt.

Die Versorger fordern, dass ihre rund um die Uhr laufenden Anlagen im Vergleich zu den Ökostromanlagen gestärkt werden. Sie treffen dabei aber bei der Bundesregierung bislang auf wenig Gegenliebe.

Gleiches gilt für die Überlegungen der Atomkonzerne E.ON, RWE und EnBW, den Betrieb der Kernkraftwerke und ihren Abriss in eine öffentliche Stiftung auszulagern.

Teyssen hat auf die Krise mit Stellenstreichungen, Kostensenkungen und dem Verkauf milliardenschwerer Beteiligungen reagiert. Dennoch drücken den Konzern Schulden in Höhe von über 31 Milliarden Euro. Vor Jahresfrist waren es sogar noch über 32 Milliarden gewesen. Der seit 2010 amtierende E.ON-Chef hat mit Milliardensummen neue Geschäfte im Ausland aufgebaut, um die Einbußen durch die Energiewende in Deutschland wettzumachen. In Brasilien musste der Konzern nun aber erneut 200 Millionen nachschießen, um seiner Beteiligung, den Stromversorger Eneva, auf die Sprünge zu helfen.

Grafik: Die Rückstellungen der Energieriesen für Atomkraft

la/dpa-afx

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