Mittwoch, 13. Dezember 2017

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Strafzins auf Sparguthaben 13 Banken verlangen bereits Negativzinsen von Sparern

Hohe Anlagesummen unerwünscht: Kunden, die hohe Summen auf Tagesgeldkonten parken, droht ein Strafzins
DPA/ Zoll Düsseldorf
Hohe Anlagesummen unerwünscht: Kunden, die hohe Summen auf Tagesgeldkonten parken, droht ein Strafzins

Bundesweit verlangen nach Angaben des Vergleichsportals Verivox inzwischen 13 Banken Negativzinsen von vermögenden Sparern. Allein seit Dezember seien acht weitere Geldinstitute hinzugekommen, teilte Verivox am Mittwoch mit. Betroffen sind demnach Privatkunden mit hohen Guthaben auf ihrem Tagesgeldkonto - beispielsweise ab 100.000 Euro, 250.000 Euro oder 500.000 Euro. Eine Volksbank in Baden-Württemberg belastet laut Verivox allerdings auch schon Einlagen ab 10.000 Euro.

Die Zinssätze für Sparguthaben oberhalb der jeweiligen Grenze liegen in der Regel zwischen minus 0,3 und minus 0,5 Prozent, wie Verivox nach einer Auswertung der Preisverzeichnisse der Banken mitteilte.

Eine Volksbank verlange einen "faktischen Negativzins", weil eine monatlich fällige Gebühr den Zinssatz von 0,01 Prozent übersteige. Zwei Banken beziffern die Höhe demnach nicht näher.

Mit Negativzinsen reichen Banken die Strafzinsen an ihre Kunden weiter, die für die Kreditinstitute auf Einlagen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) fällig werden. Die Nullzinspolitik der EZB hat die Zinssätze für Tagesgeldkonten extrem sinken lassen. Laut Verivox erhalten Sparer derzeit durchschnittlich 0,04 Prozent - im besten Fall 0,75 Prozent.

la/dpa

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