Donnerstag, 29. September 2016

Ex-Kohlebaron Nathan Tinkler Einst jüngster Milliardär Australiens ist bankrott

Im April vergangenen Jahres verfolgte Nathan Tinkler noch das Spiel seines Erstligaclubs Newcastle Jets gegen Sydney FC. Wenige Wochen später wurde dem überschuldeten Club die Lizenz entzogen
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Im April vergangenen Jahres verfolgte Nathan Tinkler noch das Spiel seines Erstligaclubs Newcastle Jets gegen Sydney FC. Wenige Wochen später wurde dem überschuldeten Club die Lizenz entzogen

Einst als jüngster Milliardär Australiens gefeiert, hat der Kohlebaron Nathan Tinkler (40) jetzt Bankrott angemeldet. Nach einem Bericht der "Sydney Morning Herald"entschuldigte er sich am Donnerstag bei seiner Familie und seinen Gläubigern. Doch der Frust sitzt tief: Er höre im Hintergrund jetzt die "Champagnerkorken ploppen", weil seine Feinde nun feierten.

Die tiefe Enttäuschung über das eigene Scheitern verwundert nicht. Stieg Tinkler doch kometenhaft schnell auf, kam zu großem Reichtum und erlebte fast genauso schnell die Bruchlandung seines Lebens.

Als Elektriker begann Tinkler im Bergbau und arbeitete sich mit einer Reihe geschickter Kohle-Geschäfte schnell nach oben. Im Jahr 2011 - also im Alter von 35 Jahren - führte er mit einem Vermögen von 1,13 Milliarden Australien-Dollar (750 Millionen Euro) die Liste der jungen Reichen in Australien an. Er kaufte den Rugby-Club Newcastle Knights und den Fußball-Club Newcastle Jets sowie einen Pferderennstall.

In den darauffolgenden Jahren sank der Kohlepreis, und das Glück verließ den jungen Selfmade-Milliardär. Tinkler siedelte schließlich 2012 nach Singapur um und hinterließ vor allem eines: Schulden. So wurde zum Beispiel den Newcastle Jets im Mai vergangenen Jahres die A-Lizenz entzogen worden, nachdem Tinkler den hochverschuldeten Club unter Selbstverwaltung gestellt hatte.

Bei Bankenkonsortium steht Tinkler mit 165 Millionen Dollar in der Kreide

Letztlich hatte ein Gläubiger Tinkler vor Gericht gebracht, weil er rund 2,1 Millionen Euro für einen seiner Privatjets nicht bezahlt hatte. Der Richter ordnete Anfang Februar eine Zwangsvollstreckung an, sollte Tinkler binnen drei Wochen nicht in Berufung gehen. Die Frist lief jetzt ab.

Welches Vermögen Tinkler tatsächlich noch hat, ist unklar. Nach Aussagen des Zwangsvollstreckers habe der ehemalige Milliardär als Besitztümer einige Immobilien und eine "nicht nennenswerte" Summe auf der Bank angegeben.

Ob das ausreicht, um die Gläubiger zu befriedigen, darf bezweifelt werden. Viele Gläubiger werden jetzt vermutlich leer ausgehen. Darunter der Milliardär Gerry Harvey, dem Tinkler knapp zehn Millionen Dollar schuldet, wie die Zeitung unter Berufung auf Dokumente der Australian Financial Security Authority (ASFA) berichtet.

Größter Gläubiger sei aber ein Trio drei internationaler Banken, denen der einstige Kohle-Baron rund 165 Millionen Dollar schuldet - darunter die Schweizer Credit Suisse. Diese Schuld sei angeblich durch Immobilien besichert. Tinkler soll aber auch Steuerschulden in Millionenhöhe haben, berichtet der "Sunday Morning Herald".

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mit afp

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