Donnerstag, 29. September 2016

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Anlageberatung Deutsche sind die misstrauischsten Anleger Europas

Alles andere als eine herzliche Beziehung: Bei der Geldanlage misstraut die Mehrheit der Deutschen den Bankberatern

Eine Studie bringt es an den Tag - die Deutschen sind in Sachen Geldanlage äußerst misstrauisch. Finanzberater? Kommen ihnen nicht ins Haus. 88 Prozent der Deutschen sehen ihre Finanzen in den eigenen Händen besser aufgehoben. Das hat Folgen.

Hamburg - Herr Kaiser war es für die Versicherungen, der freundliche Berater. Auch "ihren" Mann von der Bausparkasse kennen viele. Nur der Bankberater hat seinen Platz im Herzen der Deutschen, zumindest ihren Sofas, nie finden können. Nicht nur gefühlt, sondern nun auch amtlich. Eine Studie der Fondsgesellschaft Legg Mason belegt, dass Deutschen die misstrauischsten Anleger Europas sind.

Nur ein Fünftel der befragten Deutschen gab an, mit Beratern zusammenzuarbeiten. Das ist nicht nur europaweit ein hohes Maß an Skepsis, sondern weltweit. Während in Deutschland nur 17 Prozent auf ihren Berater bauen, sind es in den USA 55 Prozent, in Hongkong 56 Prozent und in China 39 Prozent.

Dabei räumen auch die Deutschen ein, dass das Gespräch mit einem Berater Vorteile haben kann. Und offenbar erzielen Investoren mit einem Berater sogar höhere Erträge als ohne ihn - ein Plus von 6,5 Prozent steht 4,9 Prozent im Jahr gegenüber. Das zumindest sagt die Studie aus.

Kopf hier, Bauch da

46 Prozent der Befragten gaben zum Beispiel an, dass durch die Hilfe von Beratern Anlagefehler vermieden werden können. Und ein gutes Drittel erklärt, ihnen gefalle der formelle Finanzplan, wie ihn Berater aufstellen. Doch die Umsetzung in die Realität? Bleibt auf der Strecke. 88 Prozent der Deutschen sind der Meinung, ihre Finanzen wären in den eigenen Händen besser aufgehoben.

Über die Gründe dafür lässt sich trefflich spekulieren. "Das ist vielfach eine Kopf-Bauch-Diskrepanz", sagt Klaus Dahmann, der bei Legg Mason den Vertrieb in Deutschland und Österreich verantwortet. Eine Diskrepanz, wie sie sich auch an anderer Stelle zeigt.

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