Montag, 26. September 2016

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Investments 2016 Was spricht für Aktien - und gegen Renten?

Gemischte Aussichten für 2016 - mit Weitblick investieren
Mendowong Photography / Getty Images
Gemischte Aussichten für 2016 - mit Weitblick investieren

Stabileres Wirtschaftswachstum, Überraschungspotenzial bei Aktien, Anleiherenditen weiter im Keller: Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, über die maßgeblichen Trends, Herausforderungen und Chancen des neuen Anlagejahres.

1. Politische Sorgen um Europa, Ruhe in den USA

Deutsche Bank
In Europa sind neben den anhaltenden Problemen der Peripherie- länder und dem nach wie vor schwelenden Ukrainekonflikt zunehmend neue Herausforderungen in den Fokus gerückt - etwa die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens oder der Umgang mit der Vielzahl an Flüchtlingen. Ob darüber hinaus im späteren Jahresverlauf auch ein möglicher EU-Austritt Großbritanniens wieder auf den Tisch kommt, bleibt abzuwarten. Dagegen dürfte es in den USA - trotz der anstehenden Präsidentschaftswahlen im November und einzelner Diskussionen etwa um das landesweite Krankenversicherungssystem - vergleichsweise ruhig bleiben.

Dr. Ulrich Stephan
  • Copyright: Deutsche Bank
    Deutsche Bank
    Dr. Ulrich Stephan ist Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank.
Auch wegen des jüngst erzielten fiskalischen Kompromisses zwischen Republikanern und Demokraten könnte die US-Wirtschaft im kommenden Jahr von innenpolitischen Risiken weniger stark betroffen sein als die Volkswirtschaften in Europa und Asien. Geopolitisch wird auch das Jahr 2016 die Welt in Atem halten. Die instabile Lage im Nahen Osten und die Gebietsstreitigkeiten Chinas mit seinen pazifischen Nachbarn beinhalten konkretes Konfliktpotenzial.

Deutsche Bank
2. Globales Wirtschaftswachstum stabilisiert sich

Deutsche Bank
Das Wachstum der Weltwirtschaft könnte sich 2016 zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder leicht beschleunigen: Von 3,1 Prozent im Jahr 2015 auf rund 3,3 Prozent. Es dürfte dabei noch stärker als in den Vorjahren von Binnenkonsum und Dienstleistungen statt von der Industrieproduktion getrieben werden. Trotz struktureller Probleme - etwa stockender Reformen und einem niedrigeren Trendwachstum - ist der konjunkturelle Zyklus scheinbar intakt. Für China erwarte ich ein Plus von rund 6,5 Prozent für das kommende Jahr. Auch in den großen Industrienationen dürfte der Binnenmarkt die Konjunktur treiben: Deutschland könnte mit 1,9 Prozent wachsen. Für die USA erwarte ich 2,1 und für Japan immerhin noch 1,5 Prozent Wachstum.

Ausblick auf das Anlagejahr 2016 – Dr. Ulrich Stephan
Economy Stories – Urbanisation: Prospects of infrastructure
3. US-Notenbank gibt den Zinstakt vor

Die unklaren, zum Teil widersprüchlichen Ankündigungen der US-Notenbank Fed waren 2015 ein Grund für die Verunsicherung an den Märkten. Auch 2016 dürfte die Fed im Brennpunkt stehen: Nach der ersten Leitzinsanhebung der US-Notenbank Fed im Dezember erwarte ich ein bis zwei weitere Schritte im Jahr 2016. Damit betritt die Fed nach Jahren der lockeren Geldpolitik Neuland - Ausgang ungewiss. Die Europäische Zentralbank (EZB) dagegen hat Anfang Dezember neben der Senkung des Einlagenzinssatzes auch eine Ausweitung ihres Anleiheankaufprogramms bis mindestens März 2017 beschlossen. Das sollte den Euro langfristig schwächen und der kriselnden Eurozone wirtschaftlich weiter auf die Beine helfen.

4. Währungen als Performancetreiber

Der bestimmende Faktor an den Devisenmärkten bleibt die Entwicklung des US-Dollar. Ich gehe davon aus, dass der "Greenback" im Vergleich zu allen bedeutenden Währungen in den kommenden Monaten weiter an Stärke gewinnen wird. Im Hinblick auf den Euro dürften die Ausweitung der lockeren Geldpolitik der EZB und die Leitzinsanhebungen der Fed im Jahresverlauf 2016 mindestens zu einer Parität führen. Für Schwellenländer wie China oder Indien sollten sich die negativen Auswirkungen einer sukzessiven Dollar-Aufwertung in Grenzen halten. Insbesondere bei Ländern mit stockenden Reformen und Doppeldefizit (gleichzeitiges Haushalts- und Leistungsbilanzdefizit) muss jedoch mit kurzfristigen, auch größeren Wechselkursschwankungen und entsprechenden Folgen für Fremdwährungsinvestments gerechnet werden.

Deutsche Bank
5. Viel Ärger für wenig Anleiherenditen

Anleihen mit vergleichsweise geringem Risiko dürften auch im Jahr 2016 kaum interessante Renditen bringen. Bei US-Unternehmensanleihen mit Investment-Grade sehe ich dagegen Potenzial: Rund 3,5 Prozent Rendite könnten möglich sein. Für noch mehr Rendite ist dagegen ein überproportional hohes Risiko einzugehen. So dürften im US-High-Yield-Bereich die Ausfallraten deutlich anziehen - mögliche Übersprungseffekte auf europäische High-Yield-Anleihen inklusive. Bei Schwellenländer-Anleihen wird viel von der Währungsentwicklung abhängen: Stabilisieren sich die Wechselkurse gegenüber Euro und US-Dollar könnten wieder einträgliche Renditen möglich sein. Hinzu kommt der Einfluss Chinas: Wenn die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt positiv überraschen kann, sollten Schwellenländer-Anleihen davon profitieren.

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