Sonntag, 17. Dezember 2017

Airline in Not Lufthansa stürzt in rote Zahlen und streicht die Dividende

Lufthansa: Deutschlands größte Airline steckt in schweren Turbulenzen

Hohe Kosten durch Streiks, harte Konkurrenz vom Golf: Deutschlands größte Airline ist 2014 tief in die roten Zahlen gestürzt und streicht nun die Dividende. Im festgefahrenen Tarifkonflikt sollen jetzt Friedrich Merz und Herta Däubler-Gmelin als Schlichter auftreten.

Frankfurt am Main - Der Konzern werde für 2014 auf eine Ausschüttung (Vorjahr: 0,45 Euro je Aktie) verzichten, da die Dividende nicht durch ein ausreichendes HGB-Jahresergebnis gedeckt sei, teilte die Lufthansa am Freitag mit. Der HGB-Jahresverlust liege bei 732 Millionen Euro nach 407 Millionen Euro Gewinn im Jahr zuvor. Grund dafür sind neben den Kosten für die zahlreichen Streiks im Vorjahr in erster Linie Sonderbelastung aus dem Teilverkauf der IT-Sparte im Oktober 2014. Daneben schlugen auch höhere Pensionsverbindlichkeiten zu Buche.

Das vorläufige operative Ergebnis betrage 954 Millionen Euro (Vorjahr: 699 Mio. Euro). Die Kosten für Streiks lagen im Gesamtjahr bei 232 Millionen Euro. Die Lufthansa-Aktien fielen nach der Streichung der Dividende in der Spitze 5,4 Prozent auf 13,14 Euro. Damit sind sie größter Verlierer im Dax.

Die Lufthansa Börsen-Chart zeigen kämpft seit Jahren mit der harten Konkurrenz am Himmel und zu hohen Kosten - Airline-Chef Carsten Spohr will den Konzern mit einer Radikalreform wieder auf Kurs bringen.

Die Wende sollen unter anderem neue Billig-Airlines unter der Marke Eurowings bringen. Allerdings gehen Teile der Belegschaft und vor allem die Piloten dagegen auf die Barrikaden - sie halten an ihren alten Privilegien fest.

Merz und Däubler-Gmelin als Schlichter im Tarifkonflikt

Zudem wird die Airline immer wieder von Streiks und Streikdrohungen belastet. Die früheren Spitzenpolitiker Friedrich Merz (CDU) und Herta Däubler-Gmelin (SPD) sollen im festgefahrenen Tarifkonflikt von rund 19.000 Lufthansa-Flugbegleitern schlichten. Das Unternehmen wie auch der Vorsitzende der Kabinengewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, bestätigten am Freitag eine entsprechende Vorab-Information des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".

Erstmals tritt damit bei der Lufthansa Börsen-Chart zeigen ein Schlichter-Duo an. Die Tarifparteien hatten sich zuvor nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen können. In der Schlichtung geht es um das System bei dem Luftverkehrskonzern von Betriebs- und Übergangsrenten. Lufthansa will weg von festen Rentenzusagen und nur noch vorher festgelegte Zuschüsse zahlen.

Däubler-Gmelin habe bereits mehrfach erfolgreich geschlichtet, lobte Baublies die von der Arbeitnehmerseite benannte Kandidatin. "Sie stand von Anfang an ganz oben auf unserer Liste." Zur Person Friedrich Merz wollte sich die Lufthansa nicht äußern. Der frühere Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag und Wirtschaftsanwalt gilt als neo-liberal und gewerkschaftskritisch.

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la/dpa/reuters

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