Donnerstag, 17. Januar 2019

Rote Karte von Schiffsfonds-Anlegern Lloyd Fonds fällt mit Megadeal durch - Aktie stürzt ab

Schiffbruch: Lloyd Fonds kam mit seiner Tauschofferte bei den Fondsanlegern nicht an

Hamburg - An der Börse steht am heutigen Dienstag die Aktie der Lloyd Fonds AG schwer unter Druck. Am frühen Nachmittag notiert das Papier des Hamburger Fonds-Emissionshauses mit rund 20 Prozent im Minus bei 1,76 Euro. Am vergangenen Donnerstag war das Papier nach Handelsschluss bereits auf Talfahrt gegangen.

Grund für den Kursdruck ist eine Meldung, die das Unternehmen am Donnerstag nach Handelsschluss herausgegeben hatte. Demnach ist der Plan des Vorstandes, die Anleger von elf Schiffsfonds zu Aktionären zu machen und die Frachter aus den Beteiligungsgesellschaften in den Bestand der Lloyd Fonds AG zu übernehmen, fehlgeschlagen.

Wie Lloyd Fonds mitteilt, haben in den vergangenen vier Wochen etwa 18.000 Anleger von elf Schiffsfonds über das Angebot des Emissionshauses abgestimmt. Dabei handelte es sich um sechs Fonds, die in Containerschiffe investiert haben, und fünf Fonds mit Tankern.

Lediglich die Investoren eines einzigen Fonds stimmten jedoch mit der erforderlichen Mehrheit von 75 Prozent für die Offerte von Lloyd Fonds Börsen-Chart zeigen. In den übrigen Gesellschaften lag die Zustimmung nach Angaben des Unternehmens zwar bei über 50 Prozent. Die erforderlichen 75 Prozent wurden jedoch nicht erreicht.

Lloyd-Fonds-Aktie sollte Anleger 3,54 Euro kosten

Über die Gründe für die Ablehnung kann nur spekuliert werden. Lloyd Fonds hatte im Vorfeld sowohl die Fondsgesellschaften als auch das eigene Unternehmen einer Bewertung unterzogen, um ein Tauschverhältnis zwischen Fondsanteilen und Aktien ermitteln zu können. Nach Angaben des Unternehmens wurden dabei für die Fondsgesellschaften aktuelle Werte von 70, 80 oder auch 100 Prozent des ursprünglichen Nominalwertes ermittelt. In einem Fall betrage der Wert auch 20 Prozent, so Vorstandschef Torsten Teichert. In einem anderen seien allerdings 140 Prozent kalkuliert worden.

Auf der anderen Seite bot Lloyd Fonds den Fondsanlegern die Aktien des Emissionshauses auf Basis eines Wirtschaftsprüfergutachtens zu einem Preis von 3,54 Euro das Stück an. Das dürfte manchen Fondsanleger stutzig gemacht haben, denn an der Börse wurde das Papier zu der Zeit zu etwa 1,20 Euro gehandelt.

Kaum verwunderlich erscheint es daher auch, dass unmittelbar nach Bekanntwerden der Offerte an die Fondsanleger der Aktienkurs an der Börse in die Höhe sprang. Anfang Februar ging es mit dem Kurs auf bis zu 2,90 Euro steil nach oben.

Die Fantasie, die seinerzeit in den Kurs kam, entweicht nun offenbar wieder. Eine für den 16. April geplante außerordentliche Hauptversammlung, auf der eine für den Megadeal erforderliche Kapitalerhöhung beschlossen werden sollte, sagte Lloyd Fonds ab.

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