Sonntag, 22. Juli 2018

Trotz Brexit-Sorgen Lego-Milliardäre glauben an Londoner Immobilienmarkt

Oberhaupt des Spielzeug-Clans: Milliardär Kjeld Kirk Kristiansen steckt sein Geld auch in Immobilien in der britischen Hauptstadt.
Bloomberg via Getty Images
Oberhaupt des Spielzeug-Clans: Milliardär Kjeld Kirk Kristiansen steckt sein Geld auch in Immobilien in der britischen Hauptstadt.

Der Brexit kommt, und mit ihm verliert London einiges an Attraktivität als Wirtschaftsstandort. Insbesondere Banken, denen die britische Hauptstadt bisher als wichtiges Finanzzentrum in Europa diente, suchen zum Großteil neue Städte auf dem Kontinent, in die sie ihre Einheiten verlagern können. Frankfurt, Paris oder Dublin etwa stehen weit oben auf der Liste der Ausweichziele. Klar, dass das nicht unbedingt rosige Aussichten für den Londoner Markt für Gewerbeimmobilien mit sich bringt.

Kjeld Kirk Kristiansen sieht das jedoch offenbar nicht so dramatisch. Kristiansen ist Oberhaupt des dänischen Clans, der hinter dem Spielzeughersteller Lego steht. Der Enkel von Lego-Gründer Ole Kirk Kristiansen gilt mit einem Vermögen von etwa 4,3 Milliarden Euro laut Bloomberg als zweitreichster Mann Dänemarks (hinter dem Textilkettenunternehmer Troels Holch Povlsen, der laut Bloomberg auf rund 5,4 Milliarden Euro kommt). Kjeld Kirk Kristiansens Kinder Agnete Kirk Kristiansen, Sofie Kirk Kristiansen und Thomas Kirk Kristiansen kommen der gleichen Quelle zufolge ebenfalls auf ein stattliches Vermögen von jeweils rund vier Milliarden Euro.

Verwaltet werden die Lego-Milliarden von einem Fonds namens Kirkbi A/S, dessen Verwaltungsratschef Kjeld Kirk Kristiansen gleichzeitig ist. Dieser Fonds, so berichtet Bloomberg, befindet sich gegenwärtig auf Einkaufstour am Londoner Immobilienmarkt.

Dem Bericht zufolge erwarb Kirkbi erst vor einigen Monaten den Bürokomplex Porter's Wharf in der nähe des King's Cross Bezirks in der britischen Metropole. Es sei bereits das dritte Investment in der Stadt, heißt es weiter.

Nach Angaben Bloombergs gesteht Kirkbi-Chef Soren Thorup Sorensen durchaus ein, nervös zu sein wegen des bevorstehenden EU-Austritts der Briten - wie andere Investoren auch. "Es gibt aber Gegenden in London, die nichts mit dem Finanzsektor zu tun haben", so Sorensen.

Der jüngste Erwerb des Lego-Fonds beispielsweise befinde sich in einem Quartier, das von Technologie-, Medien- und Telekom-Firmen dominiert werde. Zudem ist sich Sorensen sicher, dass sein Fonds groß genug ist, um kurzfristige Verwerfungen, die der Brexit am Immobilienmarkt mit sich bringen könnte, auszusitzen.

Insgesamt hat Kirkbi sein Immobilienportfolio zuletzt bereits ausgebaut. Allein im vergangenen Jahr wuchs der Bestand um 14 Prozent auf knapp eine Milliarde Euro. Weitere Objekte sollen hinzukommen, und zwar nicht nur in Großbritannien, sondern auch in Deutschland und der Schweiz, wie Sorensen gegenüber Bloomberg angab.

Den größten Teil des Kirkbi-Portfolios macht allerdings nach wie vor die 75-prozentige Beteiligung am Spielzeughersteller mit den praktisch verbaubaren Klötzchen aus.

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