Montag, 20. August 2018

mm-Kunstindex "Der Boom am Kunstmarkt ist vorbei"

«Triple Elvis» und «Four Marlons» von Andy Warhol: Die beiden Bilder wurden Ende 2014 für 151 Millionen Dollar versteigert. Zwischen 2010 und 2014 lief der Kunstmarkt heiß - doch nun gehen Preise und Umsätze zurück

Der mm-Kunstindex von Ökonom Roman Kräussl zeigt das Ende des Preisanstiegs. Der Umsatz beginnt einzubrechen.

Die Preise für Nachkriegs- und Gegenwartskunst sind 2015 zum Stillstand gekommen. Zuvor waren sie zwischen 2010 und 2014 um 110 Prozent gestiegen. Das zeigt der mm-Kunstindex, den Ökonom Roman Kräussl von der Luxembourg School of Finance exklusiv für manager magazin erstellt hat (Erscheinungstermin: 22. April).

"Der Boom am Kunstmarkt ist vorbei", sagt Kunstmarktexperte Kräussl. Die Preise für Bilder nach 1970 geborener Künstler fielen sogar um 10 Prozent, nachdem sie von 2009 bis 2014 um 284 Prozent gestiegen waren und somit stärker als alle anderen Marktsegmente. Auch bei den Preisen für Impressionismus und Moderne herrscht nach Jahren rasant steigender Erlöse Stagnation.

Vieles spricht dafür, dass die Preiskorrektur noch stärker ausfallen wird. Die Überbewertung der Nachkriegs- und Gegenwartskunst ist noch deutlich stärker ausgeprägt als vor der Finanzkrise 2008, in deren Folge es zu einer schmerzhaften, aber rasch wieder geglätteten Delle kam. Ein weiteres Anzeichen für ein Platzen der Blase ist der 2015 um 24 Prozent zurückgegangene Umsatz beim Handel mit Nachkriegs- und Gegenwartsgemälden.

Mehr Wirtschaft aus erster Hand? Der obige Text ist nur ein minimaler Ausschnitt aus der Mai-Ausgabe des manager magazins. Das neue Heft (und die nächste Ausgabe) können Sie hier im Vorteilsangebot bestellen.
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