Montag, 11. Dezember 2017

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Auf Bitcoin folgt Kryptowährung "Petro" Venezuela will mit Kryptogeld Krise und Inflation entkommen

Kryptogeld-Fan: Venezuelas umstrittener Präsident Nicolas Maduro will mit der neuen, auf Öl gestützten Digitalwährung "Petro" die schwere Wirtschaftskrise des Landes besiegen

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat die Schaffung einer virtuellen Währung für das krisengeplagte Land angekündigt. Der Staatschef sagte am Sonntag (Ortszeit) in seiner wöchentlichen Ansprache, die Währung namens "Petro" werde sich auf die Öl- und Gasvorkommen sowie die Gold- und Diamantenreserven Venezuelas stützen. Das Land wolle "neue Formen der globalen Finanzierung" vorantreiben, um seine wirtschaftliche und soziale Entwicklung voranzubringen. Details dazu, wie der "Petro" in Umlauf gebracht werden soll, ließ Maduro offen.

Die venezolanische Regierung kündigte zudem die Einrichtung einer Software-Plattform für den Kauf und Verkauf der Digitalwährung an.

Das südamerikanische Land steckt in einer tiefen wirtschaftlichen Krise und ist wegen eines schweren politischen Konflikts zwischen Regierung und Opposition mit Sanktionen belegt. Einige Ratingagenturen stuften Venezuela sowie seinen staatlichen Ölkonzern PDVSA bereits als teilweise zahlungsunfähig ein.

US-Sanktionen gegen Maduro verschärft

Die USA hatten im August ihre Sanktionen gegen Venezuela verschärft und erklärt, damit solle die "Tyrannei" Maduros gestoppt werden. Dieser hatte dann im November angesichts der katastrophalen Wirtschaftslage angekündigt, venezolanische Schulden nicht wie vereinbart zurückzuzahlen. Vielmehr solle zunächst die Lage der Bevölkerung in dem einst wohlhabenden und ölreichen Land verbessert werden. Es fehlt vielerorts an Nahrungsmitteln und Medikamenten. Hinzu kommt eine extrem hohe Inflation, die nach Angaben der Opposition Ende des Jahres bei 1400 Prozent liegen könnte.

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Seit der Parlamentswahl 2015 steckt das Land in einer politischen Krise. Zwischen Regierung und Opposition tobt ein erbitterter Machtkampf. Bei Unruhen kamen Dutzende Menschen ums Leben.

la/dpa/reuters

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