Montag, 5. Dezember 2016

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Krankenversicherung 65 Krankenkassen senken Beiträge, 8 erhöhen

Krankenversicherung: Die Beiträge der 124 gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland schwanken 14,6 und 15,9 Prozent

65 gesetzliche Krankenkassen haben zum Jahreswechsel ihren Beitrag gesenkt, 8 Kassen erhöht. Nun liegt die Spanne zwischen 14,6 und 15,9 Prozent - je nach Zusatzbeitrag. Versicherte können wechseln und Geld sparen.

Hamburg - Die 124 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland können seit Jahresbeginn wieder über einen Teil der Beiträge bestimmen. Dazu wurde der allgemeine Beitragssatz um 0,9 Punkte auf 14,6 Prozent gesenkt. Auf diesem Niveau ist es den Kassen dann möglich, einen Zusatzbeitrag zu erheben, dessen Höhe sie selbst festlegen können.

Die eingeführten Zusatzbeiträge betragen zwischen 0 und 1,3 Prozent, so dass das Niveau der Beiträge zwischen dem Mindestbeitrag von 14,6 Prozent und 15,9 Prozent pendelt. Zu den Krankenversicherungen, die ab 2015 keinen Zusatzbeitrag erheben, zählen die Betriebskrankenkassen BKK Euregio und BKK Metzinger.

Erhebt eine Kasse ab 2015 einen Zusatzbeitrag, können Versicherte wechseln. Die Frist beträgt zwei Monate zum Monatsende. Wer noch im Januar kündigt, ist also schon ab April in seiner neuen Kasse. Keine Kasse darf gesetzlich Versicherte ablehnen.

Mit einem Wechsel können Versicherte je nach Einkommen und Beitragssatz der Kasse bis über 450 Euro im Jahr sparen, meldet das Internetportal der Stiftung Warentest. Verdient jemand zum Beispiel 4.125 Euro brutto im Monat, spart er in einer Kasse mit 14,6 Prozent Beitragssatz gegenüber einer mit 15,5 Prozent fast 450 Euro pro Jahr. Bei 2000 Euro Verdienst bringt ein Wechsel immerhin noch ein Plus von mehr als 200 Euro.

Gesundheitsminister Gröhe warnt vor schnellem Kassenwechsel

Nach der Beitragsreform für die gesetzliche Krankenversicherung hat Gesundheitsminister Hermann Gröhe die Versicherten davor gewarnt, vorschnell ihre Kasse zu wechseln. Eine gute Krankenkasse erkenne man an Leistung und am Preis, sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung (Freitag). Sei eine andere Krankenkasse zum Beispiel für Nachfragen schlechter zu erreichen, nütze auch ein besserer Preis nichts.

Laut Gröhe zahlen rund 20 Millionen Krankenkassen-Mitglieder fürs Erste einen geringeren Beitragssatz. "Die werden kaum wechseln wollen. Den anderen rate ich, sich immer erst zu fragen: Wie zufrieden bin ich mit meiner Kasse?" Bundesweit sind etwa 70 Millionen Menschen in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Ähnlich wie Gröhe äußerte sich auch der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). "Wir empfehlen den Versicherten, bei der Kassenwahl nicht nur auf die Höhe des Zusatzbeitrags zu achten, sondern auch die teilweise unterschiedlichen Leistungen in den Blick zu nehmen", sagte GKV-Sprecher Florian Lanz. "Vor einer Entscheidung sollte das Gesamtpaket in den Blick genommen werden."

la/dpa/mmo

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