Freitag, 29. Juli 2016

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Der "wahre Wert" von K+S K+S-Chef Steiner jetzt ganz kleinlaut

Schatzsucher: K+S-Chef Norbert Steiner (rechts) und der niedersächsischen Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Standort Sigmundshall. Nachdem das Angebot von Potash zurückgewiesen und der Aktienkurs von K+S abgestürzt ist, kann Steiner jetzt in Ruhe die verborgenen Werte von K+S heben

Der Kasseler Düngemittel- und Salzkonzern K+S rechnet wegen des Preisdrucks auf dem Weltmarkt für Kali und wegen hoher Kosten für eine neue Mine in Kanada im laufenden Jahr nicht mit großen Sprüngen. 2016 werde das operative Ergebnis deutlich unter dem Vorjahreswert liegen, teilte der Dax-Absteiger am Donnerstag mit. Der Umsatz dürfte leicht zurückgehen.

Das Unternehmen will trotz des trüben Ausblicks auf das laufende Jahr seinen Anteilseignern eine von 0,90 auf 1,15 Euro erhöhte Dividende bieten. Diese Beruhigungspille stellte Anleger jedoch nicht zufrieden. Die Aktie gab im frühen Handel um mehr als 4 Prozent nach und baute bis zum Handelsschluss auf Xetra ihre Verluste auf knapp 10 Prozent aus..

Nachdem die K+S Führung im Herbst 2015 eine Übernahme durch den kanadischen Rivalen Potash abgewehrt hatte, hat K+S weiterhin mehrere Baustellen. Unter anderem werden Konzernchef Steiner und Chefaufseher Ralf Bethke Gewässerverunreinigung und unerlaubter Umgang mit Abfällen vorgeworfen. Sie müssen sich beide vor Gericht verantworten.

Neue Töne von Norbert Steiner - und ein vorsichtiger Ausblick

Wegen deutlich niedrigerer Durchschnittspreise im Düngergeschäft und einem niedrigeren Absatzvolumen dürften die operativen Ergebnisse im laufenden Jahr "deutlich" unter dem Vorjahreswert liegen, teilte K+S Donnerstag mit. K+S-Chef Norbert Steiner sprach von einem "vorsichtigen" Ausblick für das laufende Jahr.

Die Zurückhaltung Steiners ist bemerkenswert. Als Konkurrent Potash im vergangenen Herbst K+S übernehmen und 41 Euro pro K+S Aktie zahlen wollte, hatte Steiner dieses Übernahmeangebot als "nicht ausreichend" zurückgewiesen. Das Angebot von Potash werde dem "wahren Wert" von K+S nicht gerecht.

Es fragt sich nur, was Steiner mit dem "wahren Wert" von K+S gemeint hat: Inzwischen notiert die K+S Aktie bei 21 Euro, der Abstieg aus dem Dax ist beschlossene Sache. Steiner kann nun aus der zweiten Reihe heraus versuchen, die verborgenen Schätze von K+S zu heben.

la/dpa/reuters

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