Montag, 20. Februar 2017

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Immobilienpreise Kaufen oder mieten - so entscheiden Sie richtig

Blick auf München: In der bayerischen Hauptstadt sind Immobilien besonders teuer

Kaufen oder mieten - jeder, der einen eigenen Haushalt führen will und dafür die eigenen vier Wände benötigt, muss sich diese Frage früher oder später beantworten. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle, von den Immobilienpreisen und -mieten über die Entwicklung der Hypothekenzinsen und die persönliche Vermögens- und Einkommenslage bis hin zu emotionalen Faktoren, die bei jedem Menschen anders ausgeprägt sein können.

In einer Studie ist auch das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln der Frage nachgegangen. Heruntergebrochen auf die Ebene von 402 deutschen Kreisen haben die Wissenschaftler die regelmäßigen Kosten von Immobilienkäufern jenen der Mieter gegenübergestellt.

Ergebnis: Zwar sind die Immobilienpreise in Deutschland in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Gleichzeitig zogen jedoch vielerorts auch die Mieten an. Und die Kreditzinsen befinden sich auf historisch niedrigem Niveau. Es verwundert daher kaum, dass die Momentaufnahme zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu dem Resultat kommt, dass der Erwerb von Wohneigentum bundesweit im Schnitt um 41 Prozent günstiger ist, als das Mieten. Dieser Vorzug des Eigentums gegenüber dem Mieten hat sich damit gegenüber den Vorjahren weiter ausgeweitet, so das IW Köln in der Studie, die für das Immobilienunternehmen Accentro erstellt wurde.

Dabei reicht die Spanne laut IW Köln von Regionen vor allem im teuren Süden Deutschlands, in denen der Vorteil zum Teil lediglich 13 Prozent beträgt, bis zu Gegenden etwa im strukturschwächeren Osten der Republik, wo der Haus- oder Wohnungskauf gegenüber der Miete um bis zu 67 Prozent im Vorteil ist.

Bei den Großstädten gibt es ebenfalls Unterschiede: Ist das Wohneigentum in Hamburg um 47 Prozent im Vorteil, sind es in München lediglich 34 Prozent.

Der wichtigste Faktor, der zurzeit vielerorts zum großen Vorteil des Eigentums gegenüber dem Mieten führt, ist das niedrige Zinsniveau. Noch 2011 lag der Zinssatz für langfristige Darlehen bei über 4 Prozent, so das IW Köln. 2016 sei er dagegen bei durchschnittlich 1,6 Prozent angekommen. Diese Zinsentwicklung habe die Preisentwicklung überkompensiert, so die Wissenschaftler. Deshalb sei das Kaufen heute deutlich günstiger als das Mieten.

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