Sonntag, 23. April 2017

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Geldflut treibt Immobilienpreise Rekordmieten hier, Minirenditen dort - historischer Büro-Boom

Skyline von Frankfurt: Die Main-Metropole hat am Büromarkt eine Ausnahmestellung - nirgends sind Büromieten in Deutschland so hoch wie dort

Der seit Jahren anhaltende Boom am deutschen Büroimmobilienmarkt erreicht offenbar eine Phase, wie es sie in der Vergangenheit noch kaum gegeben hat. So lässt die gute Verfassung der deutschen Wirtschaft auf der einen Seite die Büromieten inzwischen auch an kleineren Standorten auf Rekordniveau steigen. Auf der anderen Seite sorgt die Geldflut der Notenbanken für anhaltend große Nachfrage von Investoren, was sich in hohen Preisen für Bürogebäude sowie ebenfalls historisch niedrigen Renditen niederschlägt.

Beides belegen Daten, die die Researcher des Immobilienunternehmens Catella zusammengestellt und am heutigen Mittwoch veröffentlicht haben. Demnach stiegen zuletzt in sämtlichen von Catella untersuchten 76 bundesdeutschen Städten erneut die Büromieten an. Gleichzeitig fielen die Renditen flächendeckend weiter ab. Das gilt laut Catella sowohl in den großen sogenannten A-Standorten, worunter das Unternehmen Städte mit mehr als fünf Millionen Quadratmetern an Bürofläche versteht, als auch in B-Standorten (zwei bis fünf Millionen Quadratmeter) sowie in C- und D-Standorten (weniger als zwei Millionen Quadratmeter).

Besonders bemerkenswert laut Catella: Erstmals seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 lassen sich gegenwärtig auch an D-Standorten Spitzenmieten von mehr als zehn Euro pro Quadratmeter beobachten. Gemeint sind damit Städte wie Ingolstadt, Bamberg oder Aschaffenburg, wo den Research-Ergebnissen zufolge die Mieten inzwischen in der Spitze auf 10,25 Euro pro Quadratmeter gestiegen sind.

Laut Catella ist das ein Zeichen dafür, dass die "gesunde wirtschaftliche Situation" in Deutschland "bis tief in die Regionen hineinstrahlt", wie es in einer Mitteilung heißt. "Der Aufschwung kommt überall an", sagt Catella-Research-Chef Thomas Beyerle zudem zu manager magazin online. "Diese Mietanstiege sind nicht das Ergebnis von Spekulation, sondern von echter positiver Wirtschaftsentwicklung."

Im Vergleich mit den Hotspots des Wirtschaftslebens sind Büroflächen in kleineren Städten damit allerdings nach wie vor günstig zu haben. In Städten mit zwei bis fünf Millionen Quadratmetern an Büroflächen etwa, zu denen beispielsweise Hannover, Nürnberg oder Wiesbaden zählen, beträgt die Spitzenmiete laut Catella inzwischen im Schnitt knapp 15 Euro pro Quadratmeter. Und in Metropolen wie Berlin, München oder Frankfurt, wo der Büromarkt mehr als fünf Millionen Quadratmeter an Fläche umfasst, erreichen die Spitzenmieten im Schnitt sogar Werte von 28,50 Euro pro Quadratmeter. Spitzenreiter bei den Mieten ist aktuell Frankfurt mit 39 Euro je Quadratmeter.

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