Donnerstag, 26. Mai 2016

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Gericht verurteilt Anlagebetrüger Erfolg für 1800 deutsche Anleger in Florida

Strand in Fort Lauderdale: Zwei Fonds mit 1800 deutschen Anlegern gewannen einen Schadensersatzprozess in der Stadt in Florida

1800 deutsche Fondsanleger können sich über eine Entscheidung an einem Gericht in Fort Lauderdale, Florida, freuen: Dort hat eine Geschworenenjury zwei ehemals wichtige US-Partner des Hamburger Fondsemissionshauses HPC Capital wegen Betrugs und Verletzung von Treuepflichten verurteilt. Zudem wurden beide Männer nach dem sogenannten RICO Act für schuldig gesprochen. Das Strafmaß taxierten die Geschworenen im zweistelligen Millionen-Dollar-Bereich.

Geklagt hatten in dem Fall die beiden geschlossenen Fonds HPC US Hypotheken 1 und 2. Sie waren von HPC vor rund zehn Jahren aufgelegt worden. Die Fonds, in die etwa 1800 Anleger ursprünglich insgesamt 60 Millionen Dollar investiert hatten, sollten in den USA Kredite an Unternehmen vergeben.

Das Fondskonzept ging jedoch nicht auf. Spätestens mit der Immobilien- und Finanzkrise 2008 gerieten die Fonds in Schieflage, wie manager magazin online bereits vor Monaten ausführlich berichtet hat. Zunächst ließen der Einbruch am US-Markt sowie Ausfälle bei Partnerfirmen die Investments erodieren.

Dann sorgten jene Aktivitäten für Verluste, für die die ehemals wichtigsten Partner von HPC in den USA nun verurteilt wurden: Die Männer, die für die Verwaltung der HPC-Investments in den Vereinigten Staaten verantwortlich waren, verschoben Objekte aus den Fonds in Zwischengesellschaften und veräußerten sie dann deutlich teurer weiter. Den beiden Fonds entstand dadurch nach Angaben von HPC ein Schaden von zusammen knapp neun Millionen Dollar.

Die beiden HPC-Hypothekenfonds ...
... wurden von HPC Capital in den Jahren 2006 und 2007 aufgelegt. Das Konzept sah vor, das Geld der Anleger in Form von Krediten an Gewerbetreibende in den USA zu verleihen. Die zur Sicherheit dienenden Immobilien sollten mit 50 bis maximal 80 Prozent beliehen werden. So glaubte HPC auch für den schlimmsten Fall vorgesorgt zu haben. Das hat sich inzwischen als Irrtum herausgestellt.

Insgesamt zahlten in den Fonds US Hypotheken 1 mehr als 1000 Anleger etwa 35 Millionen Dollar ein. Der Fonds US Hypotheken 2 kam mit mehr als 800 Investoren auf etwa 25 Millionen Dollar. HPC hatte den Zeichnern bei der Platzierung Rückflüsse in Höhe von insgesamt 167,75 Prozent auf die Einlage in Aussicht gestellt. Tatsächlich wird der Gesamtrückfluss am Ende aber eher um die 20 bis 30 Prozent liegen.
So sahen es nun auch die Geschworenen in Florida als erwiesen an. Dabei erscheint vor allem die Verurteilung nach dem "RICO Act" bemerkenswert. Beim RICO Act ("Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act") handelt es sich um ein US-Bundesgesetz zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens, das sonst vor allem in der Strafjustiz eine Rolle spielt. In der zivilen Rechtsprechung dagegen kommt das Gesetz nur sehr selten zum Tragen, sagten Prozessbeteiligte nach dem Urteil US-Medien zufolge.

Nun stellen sich vor allem zwei Fragen: Wie hoch wird letztlich der Schadensersatz für die Fonds tatsächlich ausfallen? Und vor allem: Werden die 1800 Anleger überhaupt jemals etwas von der finanziellen Wiedergutmachung zu Gesicht bekommen?

Wer die Einzelstrafen, die von den Geschworenen verhängt wurden, addiert, erhält eine Gesamtschadensersatz-Summe von etwas weniger als 20 Millionen Dollar. Das ist jedoch zunächst lediglich die Größenordnung, an der sich das Gericht bei der endgültigen Festlegung orientieren muss.

In einem Schreiben, das HPC in den kommenden Tagen an die Anleger der Fonds verschicken will, und das manager magazin online im Entwurf vorliegt, erklärt das Unternehmen: "Das von den Geschworenen festgelegte Strafmaß stellt lediglich den Rahmen dar. Die Summen der finalen Strafe werden vom Richter festgelegt und können über oder unter diesen Summen liegen. Erfahrungsgemäß wird das finale Urteil in den nächsten 8 Wochen gesprochen und veröffentlicht."

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