Montag, 17. Dezember 2018

Unbekannte Wirtschaftsriesen Die größten Firmen, die Sie nicht kennen (aber kennen sollten)

2. Teil: Aramco

Arbeiter in Khurais: Das größte Ölfeld der Welt gehört Saudi Aramco
Saudi Aramco, Umsatz 405 Milliarden Dollar (Schätzung der US-Behörde EIA für 2013)

Es gibt Ölscheichs, und es gibt Ölkönige. Der in diesem Jahr gekrönte Salman von Saudi-Arabien ist der König des Treibstoffs der Weltwirtschaft. Sein absolutistisch regiertes Land hütet nicht nur die heiligen Stätten des Islam, sondern auch ein Fünftel der weltweiten Erdölreserven (und ein Achtel der laufenden Produktion).

Das erledigt das Staatsmonopol Saudi Aramco, das die Leistung börsennotierter westlicher Multis wie Exxon Mobil Börsen-Chart zeigen locker in den Schatten stellt und den Kern des Opec-Kartells bildet. Dabei wurde die Firma, deren Namen als Kürzel für Arab-American Oil Company steht, von den US-Firmen aufgebaut und erst 1980 unter volle Kontrolle des Königs gebracht.

Unbegrenzte Macht bedeutet das jedoch nicht, wie der Verfall des Ölpreises Börsen-Chart zeigen zeigt. Das dürfte die oben genannte Umsatzschätzung hinfällig machen. Die ist ohnehin sehr vage. Die Firma selbst veröffentlicht nur ausgewählte Geschäftszahlen.

Immer noch das wertvollste Unternehmen der Welt

Als wertvollstes Unternehmen der Welt mag Aramco immer noch gelten. Das ist aber höchst subjektiv. Die "Financial Times" taxierte die Firma mal auf 800 Milliarden, mal auf zehn Billionen Dollar (zum Vergleich: Apple Börsen-Chart zeigen kommt als wertvollste Aktiengesellschaft auf 650 Milliarden).

Aufgrund der niedrigen Produktionskosten soll Aramco weiterhin profitabel sein. Auch das ist aber eine Annahme. Der Konzern dürfte es aber schwer haben, neben dem kompletten Staatshaushalt auch noch allerlei Wohltaten von Universitäten bis zum Küstenschutz zu finanzieren.

Salman hat Reformen angekündigt. Der Staat im Staat wurde im Mai (angeblich) der Kontrolle des langjährigen Ölministers Ali al-Naimi entzogen. Kommerzielle Überlegungen sollen Vorrang vor Entwicklungspolitik bekommen.

Die Linie, von der reinen Ölproduktion stärker auf höhere Wertschöpfung mit chemischen Produkten umzustellen (in Konkurrenz zur zweiten saudischen Staatsfirma Sabic), gilt aber offenbar weiterhin. Im September einigte sich Aramco mit dem deutschen Chemiekonzern Lanxess Börsen-Chart zeigen auf eine milliardenschwere Beteiligung.

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