Samstag, 16. Dezember 2017

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Investieren in Monopole Warum Google-Anleger auf der Hut sein sollten

  Technologie-Schwergewichte:  Jeder Konzern dominiert(e) mehr oder weniger einen Markt. Das muss nicht dauerhaft ein Vorteil sein
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Technologie-Schwergewichte: Jeder Konzern dominiert(e) mehr oder weniger einen Markt. Das muss nicht dauerhaft ein Vorteil sein

Sein Geld in legale Monopole zu investieren, ist so ungefähr das Beste, was einem Anleger begegnen kann. Derartige Unternehmen können aufgrund guter Produkte, starker Marktstellung und meistens solider Finanzierung die Preise auf ihren Märkten weitgehend selbst bestimmen und haben wenig Rücksicht auf die Konkurrenz zu nehmen.

Zur Person
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    Georg Thilenius ist geschäftsführender Gesellschafter der bankunabhängigen Vermögensverwal-tungsgesellschaft Dr. Thilenius Management GmbH in Stuttgart. Das Unternehmen unterliegt der BaFin.

Ein derartiges Unternehmen ist Google Börsen-Chart zeigen. Wer seit Erstnotiz in Deutschland im August 2004 bis heute investiert ist, hat seinen Einsatz nahezu verzwanzigfacht -in Euro gerechnet und nach allen Währungsschwankungen. Auch wenn das Wachstum in den vergangenen Jahren nicht mehr so stürmisch war wie zur Anfangszeit bis vor der Finanzkrise, steht für die Periode der letzten fünf Jahre immerhin ein Anstieg um über 200 Prozent zu Buche.

Das Wachstumsprofil des in fast allen Ländern der Welt tätigen Internetserviceproviders ist beeindruckend: Der Gewinn pro Aktie ist im Schnitt der letzten fünf Jahre um etwa 13 Prozent gestiegen. Dieses Jahr wird eine Erhöhung um 22 Prozent und im Schnitt der nächsten 5 Jahre eine weitere Steigerung von ungefähr 28 Prozent im Jahr erwartet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist mit 25 angesichts des beeindruckenden Wachstums nach unserer Meinung durchaus angemessen. Damit spricht eigentlich alles für den Kauf und langfristiges Halten von Google-Aktien, möchte man meinen.

Beeindruckende Performance über viele Jahre

Aber nicht so schnell, bitte: Derartige quasi Monopole haben natürlich auch Kritiker, und Behörden rings um die Welt haben ein sehr scharfes Auge auf Google Börsen-Chart zeigen. So hat die EU-Kommission Google in diesem Jahr zu einer Kartellstrafe von 2,4 Milliarden Euro verurteilt. Bei einem Umsatz von 104 Milliarden Dollar und einem Reingewinn von 21 Milliarden Dollar im letzten Geschäftsjahr kann Google diese Strafe ohne weiteres bezahlen.

Bisher waren auch nur die Kritiker des Unternehmens in Europa derart streng. In USA wurde ebenfalls vor 5 Jahren ein Kartellverfahren angestrengt, das aber relativ bald nach einigen Zugeständnissen von Google wieder eingestellt wurde. Darüber hinaus wird in USA genau geprüft, ob der Konzern etwa Vorschriften zum Schutz der Verbraucher verletzt.

Anleger sollten sich ihrer Sache bei Google dennoch nicht allzu sicher sein. Und dafür gibt es Gründe ...

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