Dienstag, 24. Mai 2016

Banken im Verdacht Hinweise auf Goldpreis-Manipulation in London

Goldbarren im Tresor: In London sollten Banken den Preis des Edelmetalls manipuliert haben

Wurde der Goldpreis jahrelang manipuliert? Die Finanzaufseher in Deutschland und Großbritannien ermitteln bereits wegen dieses Verdachts. Ein genauer Blick auf die Preise in London in den vergangenen Jahren ergab nun Bemerkenswertes.

Hamburg - Für den Goldpreis läuft es 2014 bislang gut. Nach dem katastrophalen vergangenen Jahr hat sich das Edelmetall seit Anfang Januar bereits um etwa 10 Prozent verteuert, und angesichts der unklaren Lage in der Ukraine und des dort drohenden Staatsbankrotts wird am Markt bereits über weiteres Aufwärtspotenzial spekuliert.

Gleichzeitig schwebt aber nach wie vor der Verdacht der Goldpreis-Manipulation über dem Markt. Sowohl die deutsche Bafin als auch die britische Finanzaufsicht haben Untersuchungen in Gang gesetzt, um festzustellen, ob beim Preis-Fixing in London in der Vergangenheit alles mit rechten Dingen zuging. Im Verdacht stehen die fünf Banken, die das Fixing zweimal täglich durchführen, nämlich die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen, die HSBC Börsen-Chart zeigen, die Barclays Bank Börsen-Chart zeigen, die Bank of Nova Scotia Börsen-Chart zeigen sowie die Société Générale Börsen-Chart zeigen.

Wie die "Financial Times" ("FT") heute berichtet, sind Zweifel an der stets einwandfreien Durchführung der Preisbestimmung offenbar durchaus angebracht. Der Zeitung zufolge hat sich die Beratungsgesellschaft Fideres die Goldpreise von Januar 2010 bis Dezember 2013 genau angeschaut. Das Ergebnis: Möglicherweise war jeder zweite in London festgestellte Goldpreis in diesem Zeitraum manipuliert.

Muster spricht für abgekartetes Spiel

Laut "FT" stellte Fideres merkwürdige Preisbewegungen fest, deren Muster angeblich für ein abgekartetes Spiel spricht: Regelmäßig zu Beginn einer der Telefonkonferenzen zwischen den fünf Banken sei der Preis stark gestiegen (oder gefallen), um dann beinahe exakt zum Ende der Konferenz zu kippen und scharf zu fallen (oder zu steigen).

Es deute darauf hin, dass die Banken den Preis entsprechend ihrer Strategien und der Positionen, die sie im Edelmetallhandel eingegangen seien, beeinflussten, so das Fazit von Fideres. "In 50 Prozent der Fälle gibt es ein verdächtiges Verhalten des Goldpreises", fügt Alberto Thomas, Partner der Beratungsgesellschaft, gegenüber der Zeitung hinzu. "Ein Verhalten also, dass nicht zu erwarten ist, wenn man ein normales Marktgeschehen voraussetzt."

Für die Deutsche Bank ist nicht der erste Manipulationsvorwurf, dem sie sich ausgesetzt sieht. Gerade erst musste der hiesige Branchenprimus eine 725-Millionen-Euro-Strafe zahlen, die ihr im Rahmen eines Vergleichs von EU-Wettbewerbshütern für die unerlaubte Einflussnahme auf verschiedene Referenzzinssätze wie etwa den Euribor aufgebrummt worden war. Weder die Deutsche Bank noch die anderen vier am Gold-Fixing beteiligten Institute wollten sich laut "FT" zu der Sache äußern.

Die Leidtragenden der möglichen Goldpreis-Manipulationen wären Investoren wie Pensionsfonds, Hedge-Fonds oder Rohstoffhändler. Viele dieser Betroffenen stünden bereits in den Startlöchern für Schadensersatzklagen, so Fideres-Manager Thomas in der "FT".

Welche Entwicklung Experten für den Goldpreis im Jahr 2014 sehen

cr

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH