Montag, 11. Dezember 2017

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Edelmetall Diese Kräfte zerren am Goldpreis

Goldbarren: Der Preis des Edelmetalls bewegt sich derzeit kaum - wie lange bleibt es dabei?

Goldinvestoren, die glauben, dass es derzeit besonders still um das Edelmetall geworden ist, irren sich nicht: Tatsächlich war der November der ruhigste Monat am Goldmarkt seit mehr als zehn Jahren. Lediglich 34,50 Dollar lagen zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Goldpreis in dem Monat. Das ist die geringste Handelsspanne innerhalb eines Monats seit Oktober 2005, berichtet das "Wall Street Journal".

Gibt es also zurzeit nichts, das den Goldpreis Börsen-Chart zeigen bewegen könnte? Im Gegenteil: Tatsächlich finden sich gleich eine ganze Reihe von Einflussfaktoren auf den Preis des Edelmetalls. Doch diese wirken zum Teil in entgegengesetzte Richtungen - und heben sich daher momentan offensichtlich gegenseitig auf.

Da wären zunächst die Kräfte, die eher Druck auf den Goldpreis ausüben:

  • Die US-Notenbank Fed befindet sich in einem Zyklus steigender Zinsen. Dies dürfte früher oder später für ebenfalls anziehende Realzinsen an den Finanzmärkten sorgen, was wiederum die Attraktivität des Goldes tendenziell schmälert.
  • Die Schwächephase des Dollars scheint zunächst gestoppt zu sein. In den vergangenen rund zwei Monaten gewann der Greenback beispielsweise gegenüber dem Euro wieder an Wert, nachdem er zuvor rund zehn Monate lang nonstop zurückgefallen war. Da Gold in der Regel in Dollar notiert und gehandelt wird, verteuert ein steigender Dollar das Edelmetall für Käufer anderer Währungszonen - und drückt so auf die Nachfrage.
  • Die Aktienmärkte insbesondere in den USA aber auch anderswo auf der Welt befinden sich inzwischen bereits seit einigen Jahren im Aufschwung. Zwar kommt es immer wieder zu Turbulenzen und Korrekturen. Eine grundlegende Sorge, die Börsen-Hausse könnte enden, scheint es unter Investoren aber kaum zu geben. Damit haben die Anleger auch keinen Grund, in ein vermeintlich sicheres Investment auszuweichen, für das Gold nach wie vor von vielen gehalten wird.
  • Ebenfalls vor allem in den USA befindet sich die Inflation auf einem niedrigen Niveau. Gold genießt traditionell einen Ruf als Absicherung gegen Geldentwertung - aber wo es keine Preissteigerungen gibt, besteht aus Sicht von Investoren offenbar auch keine Notwendigkeit, sich dagegen abzusichern.
  • Nicht zuletzt ist mit der Kryptowährung Bitcoin in den vergangenen Monaten ein Asset in den Fokus der Anleger gerückt, das Gold - umgangssprachlich gesagt - ein wenig die Show stiehlt. Viele Investoren, die auf den Bitcoin-Zug aufgesprungen sind und sich an der wilden Spekulation beteiligen, die den Preis des Digitalgeldes auf inzwischen etwa 12.000 Dollar getrieben hat, dürften Gold stattdessen aus den Augen verloren haben. "Wir bekommen Anrufe von Leuten, bei denen es immer nur um Bitcoins geht", zitiert beispielsweise das "Wall Street Journal" den Anlagestrategen eines US-Investmenthauses. "Bei vielen dieser Anrufe hätte wahrscheinlich dieselbe Person noch vor zehn Jahren nach dem Kauf von Gold gefragt."

Soweit die negativen Faktoren für den Goldpreis, angesichts derer es kaum verwundern würde, wenn sich der Preis nach unten bewegen würde. Tatsächlich verzeichnet Gold zwar auf Sicht der vergangenen drei Monate einen Abschlag von knapp 2 Prozent auf einen Preis von aktuell etwa 1268 Dollar je Unze. Mit Blick auf die vergangenen zwölf Monate hat das Edelmetall damit jedoch immer noch um immerhin etwa 8 Prozent zugelegt.

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