Finanzen

06.12.2017  Edelmetall

Diese Kräfte zerren am Goldpreis

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DPA

Goldbarren: Der Preis des Edelmetalls bewegt sich derzeit kaum - wie lange bleibt es dabei?

Goldinvestoren, die glauben, dass es derzeit besonders still um das Edelmetall geworden ist, irren sich nicht: Tatsächlich war der November der ruhigste Monat am Goldmarkt seit mehr als zehn Jahren. Lediglich 34,50 Dollar lagen zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Goldpreis in dem Monat. Das ist die geringste Handelsspanne innerhalb eines Monats seit Oktober 2005, berichtet das "Wall Street Journal".

Gibt es also zurzeit nichts, das den Goldpreis bewegen könnte? Im Gegenteil: Tatsächlich finden sich gleich eine ganze Reihe von Einflussfaktoren auf den Preis des Edelmetalls. Doch diese wirken zum Teil in entgegengesetzte Richtungen - und heben sich daher momentan offensichtlich gegenseitig auf.

Da wären zunächst die Kräfte, die eher Druck auf den Goldpreis ausüben:

Soweit die negativen Faktoren für den Goldpreis, angesichts derer es kaum verwundern würde, wenn sich der Preis nach unten bewegen würde. Tatsächlich verzeichnet Gold zwar auf Sicht der vergangenen drei Monate einen Abschlag von knapp 2 Prozent auf einen Preis von aktuell etwa 1268 Dollar je Unze. Mit Blick auf die vergangenen zwölf Monate hat das Edelmetall damit jedoch immer noch um immerhin etwa 8 Prozent zugelegt.

Auch dafür lassen sich Gründe finden, und die hängen zum Teil direkt mit den bereits genannten Negativeinflüssen zusammen:

Entsprechend dieser widerstrebenden Einflüsse auf den Goldpreis sind auch die Aussichten des Edelmetalls schwierig zu beurteilen. Weil die Realzinsen niedrig blieben und der Dollar schwach, werde Gold im kommenden Jahr leicht steigen, zitiert beispielsweise Bloomberg einen Rohstoffexperten von TD Securities in Toronto. "Wir erwarten keinen großen Schock von der Fed", sagte er in einem Interview.


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Auch beim New Yorker Research-Unternehmen CPM überwiegt der Optimismus. Zwar hätten sich angst-getriebene Anleger aus dem Markt zurückgezogen, meint ein Geschäftsführer des Hauses. Dafür seien jedoch neue Investoren hinzugekommen. Letztere seien an Gold interessiert, weil Aktien und Anleihen zum Großteil bereits sehr teuer seien, so der Experte.

Weniger zuversichtlich ist beispielsweise die Citigroup, die eine eher strikte Linie der Fed sowie kommende US-Steuersenkungen und ein ziemlich maues Geschäft mit Goldschmuck in Asien erwartet. Starke Aussichten für die Wirtschaft in den Industrie- und Schwellenländern dürften 2018 Druck auf den Goldpreis ausüben, so die Bank. Den Preis sieht das Institut im kommenden Jahr bei 1270 Dollar je Unze - ziemlich genau da also, wo er sich gegenwärtig bereits befindet.

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