Montag, 11. Dezember 2017

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Edelmetall Diese Kräfte zerren am Goldpreis

Goldbarren: Der Preis des Edelmetalls bewegt sich derzeit kaum - wie lange bleibt es dabei?

2. Teil: Was die Experten im kommenden Jahr erwarten

Auch dafür lassen sich Gründe finden, und die hängen zum Teil direkt mit den bereits genannten Negativeinflüssen zusammen:

  • Die Tatsache, dass die Inflation in den USA bislang nicht anzieht, lässt die US-Notenbank Fed eher zögerlich an weitere Zinsschritte herangehen.
  • Über einen Großteil des genannten Zwölf-Monats-Zeitraums befand sich der Dollar noch erheblich unter Druck, was wiederum dem Goldpreis Auftrieb verliehen haben dürfte.
  • Auch die anhaltenden Spannungen in der Weltpolitik - insbesondere zwischen den USA und Nordkorea - dürften am Goldmarkt aufmerksam verfolgt werden. Gold als vermeintlich sicherer Hafen für die Geldanlage sollte von derartigen Unsicherheiten in der Regel eher profitieren.

Entsprechend dieser widerstrebenden Einflüsse auf den Goldpreis Börsen-Chart zeigen sind auch die Aussichten des Edelmetalls schwierig zu beurteilen. Weil die Realzinsen niedrig blieben und der Dollar schwach, werde Gold im kommenden Jahr leicht steigen, zitiert beispielsweise Bloomberg einen Rohstoffexperten von TD Securities in Toronto. "Wir erwarten keinen großen Schock von der Fed", sagte er in einem Interview.


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Bild: Bloomberg / Wochit

Auch beim New Yorker Research-Unternehmen CPM überwiegt der Optimismus. Zwar hätten sich angst-getriebene Anleger aus dem Markt zurückgezogen, meint ein Geschäftsführer des Hauses. Dafür seien jedoch neue Investoren hinzugekommen. Letztere seien an Gold interessiert, weil Aktien und Anleihen zum Großteil bereits sehr teuer seien, so der Experte.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Weniger zuversichtlich ist beispielsweise die Citigroup, die eine eher strikte Linie der Fed sowie kommende US-Steuersenkungen und ein ziemlich maues Geschäft mit Goldschmuck in Asien erwartet. Starke Aussichten für die Wirtschaft in den Industrie- und Schwellenländern dürften 2018 Druck auf den Goldpreis ausüben, so die Bank. Den Preis sieht das Institut im kommenden Jahr bei 1270 Dollar je Unze - ziemlich genau da also, wo er sich gegenwärtig bereits befindet.

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