Dienstag, 20. November 2018

Anschlag auf Milliardär und Philanthrop Sprengstoff im Briefkasten von George Soros

George Soros
Getty Images
George Soros

Das hätte wohl auch schlimmer ausgehen können: Im Briefkasten des US-Milliardärs George Soros in seinem Wohnort Bedford, etwa 50 Meilen nördlich von Manhattan, ist am Montag ein Sprengsatz gefunden worden. Der gebürtige Ungar, der sein Vermögen im Finanzgeschäft gemacht hat, wurde jedoch nicht verletzt. Er war zum Zeitpunkt des Geschehens US-Medien zufolge nicht daheim.

Ein Angestellter habe das verdächtige Päckchen entdeckt, teilte die US-Polizei mit. Nach Angaben der "New York Times" hatte der Mann das Paket sogar bereits geöffnet und ein verdächtiges Objekt darin entdeckt. Er habe es dann in ein Waldstück in der Nähe gebracht. Dort wurde es nach Angaben der Zeitung von Bombenspezialisten gesprengt. Zudem habe das FBI Ermittlungen aufgenommen.

Der 88-Jährige Soros hatte Anfang der 1990er Jahre ein Vermögen gemacht, als er massiv gegen das britische Pfund wettete. Inzwischen agiert Soros der "New York Times" zufolge als Vollzeit-Philanthrop und Polit-Aktivist. Er unterstützte schon früh Barack Obama in dessen Präsidentschaftswahlkampf und finanzierte 2016 auch die Kampagne der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton mit mehr als 25 Millionen Dollar, wie die "Times" berichtet. Der Zeitung zufolge spendet Soros regelmäßig für die Demokraten sowie fortschrittliche Belange. Mindestens 18 Milliarden Dollar hat Soros demnach bereits für seine Open Society-Stiftung gespendet, die sich weltweit für Menschenrechte und Demokratie einsetzt.

Seine Aktivitäten haben Soros im Laufe der Jahre zu einer Hassfigur der politischen Rechten sowie antisemitischer Kräfte werden lassen. Zuletzt wurde ihm in den USA von Seiten republikanischer Politiker nachgesagt, er sei für eine "Karawane von Flüchtlingen", die sich Richtung Norden gen Mexiko bewege, verantwortlich. Eine Behauptung, für die es laut "New York Times" keinerlei Belege gibt.

In Europa reiben sich insbesondere in Soros' Heimatland Ungarn rechte Kräfte an George Soros auf. Die regierende Partei des Ministerpräsidenten Viktor Orbán fuhr zeitweise eine regelrechte Anti-Soros-Kampagne, mit Plakaten, der Verbreitung von Verschwörungstheorien auch in sozialen Medien und vielem mehr. Der Vorwurf, der dabei in Umlauf gebracht wurde, lautete, Soros befördere Migration und Flüchtlingsströme und destabilisiere damit gezielt Europa. Hintergrund ist die offene Haltung der Soros-Stiftung, deren Credo es ist, Grenzen für Flüchtlinge offenzuhalten.

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