Montag, 20. November 2017

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Aktienmarkt in Bewegung Die Kaufkurse sind da - wo Anleger jetzt zugreifen können

Aktienhändler in New York: Nach den Kursrückgängen können Anleger in den Markt einsteigen

Die Kursrückgänge in den letzten Wochen haben in den großen Börsenindizes interessante Kaufsignale freigesetzt. An dem von Vielen als "Börsenbeben" oder auch "Schwarzer Montag" gesehenen 24. August konnten Weltklassewerte wie die BASF Börsen-Chart zeigen zu einem Kursgewinnverhältnis von unter 10 und einer Dividendenrendite über 4 Prozent gekauft werden. Ähnliches tat sich in USA. Am Montag, den 24. August, lagen amerikanische Indizes zeitenweise um 9 Prozent unter dem Stand vom vorherigen Freitag.

Bewegungen in dieser Stärke sind selten. Seit dem Jahr 1900 hat es sie zweimal gegeben, am 19. Oktober 1987, dem sogenannten schwarzen Montag, und am 13. und 14. Mai 1940, dem Tag der deutschen Invasion in Frankreich.

An diesem 24. August lag die Dividendenrendite im S&P 500 Index bei 2,2 Prozent und damit über der 10jährigen Rendite von Staatsanleihen von 2,0 Prozent. Mehr Dividende als Rendite auf langlaufende Staatsanleihen gilt seit langen Zeiten in USA als Kaufsignal.

Wer sich von der Panikmache und der Diskussion über den demnächst bevorstehenden Weltuntergang nicht verschrecken ließ, konnte in der letzten August-Woche sehr günstig zum Zuge kommen. Wer sich jedoch der Panik ergeben und verkauft hat, vielleicht noch mit Stopp-Loss Orders, hat sich zum Tiefpunkt aus dem Markt verabschiedet und kann jetzt 5 Prozent höher wieder zurückkaufen und natürlich zweimal Kommission bezahlen.

Vergleich mit früheren Korrekturen sorgt für Zuversicht

Die Kaufgelegenheit ist jedoch noch nicht vorbei. In vielen echten und auch nur sogenannten Börsenkrisen wiederholt sich nämlich ein gebräuchliches Muster: Nach einem kräftigen Rückgang schließt sich eine Bodenbildung an, möglicherweise noch ein Test der früheren Tiefpunkte, und danach ein kräftiger Anstieg, der das Kursniveau in überschaubarer Zeit wieder auf die Höhe von vor dem Rückgang bringt.

In der Russland-Krise 1998, die nichts anderes war als die Staatspleite des Landes aufgrund des niedrigen Ölpreises von damals zehn Dollar pro Barrel, fielen die Kurse im August, mit einem Ausverkauf am Freitag, den 28. August 1998. Dem schloss sich eine Erholung im September mit einem folgenden Test der früheren Tiefststände Anfang Oktober an.

Zur Person
Georg Thilenius ist geschäftsführender Gesellschafter der bankunabhängigen Vermögensverwaltung Dr. Thilenius Management in Stuttgart. Das Unternehmen unterliegt der Aufsicht der Bafin.
Ab der zweiten Oktoberwoche stiegen die Kurse kräftig an und erreichten Ende November den früheren Höchststand vom Juli wieder. Das selbe Muster, wenn auch zeitlich verkürzt oder verlängert, finden wir in anderen Korrekturen an der Börse wieder. Im September und Oktober 2014 fielen die Kurse an den wesentlichen Märkten um teilweise bis zu 10 Prozent, um sich im Laufe des Monats Oktober wieder zu erholen und im November neue Höchststände zu erreichen. Auch die Eurokrise des Jahres 2011 zeigt ein ähnliches Verhaltensmuster.

In einer echten Krise, in der sich Anleger Sorge um die Aktienbörse machen müssen, steigen die sicheren Häfen und Fluchtwährungen wie Gold Börsen-Chart zeigen, Dollar Börsen-Chart zeigen und Öl. In den letzten Wochen hat sich der Goldpreis jedoch nur sehr wenig bewegt, der Dollar ist gegen den Euro sogar schwächer geworden und Öl ist weiter gefallen. Dies zeigt alles, dass der August 2015 keine echte Krise, sondern nur eine Korrektur darstellt.

Anleger sind nach unserer Meinung gut beraten, sich jetzt nicht vom bevorstehenden Weltuntergang abschrecken zu lassen, sondern beherzt zuzugreifen. Ein Rückfall der Märkte auf die Tiefpunkte vom August ist durchaus möglich, den Tiefstkurs trifft man aber sowieso nicht. Ebenso möglich ist eine V-förmige Erholung wie wir sie im letzten Herbst gesehen haben.

Da gleichzeitig der Dollar im Laufe der Zeit wieder stärker werden dürfte, sind Werte in USA besonders interessant. An erster Stelle ist dies die Pharmaindustrie, die ständig neue Produkte entwickelt und in vielen Teilen auch wenig vom etwas schwächeren Export nach China abhängt. Langfristig besonders interessante Werte, die auch wenig von allgemeinen Börsenschwankungen betroffen werden, finden sich im relativ neuen Produktsegment der Immuno-Oncologie. Viele dieser Unternehmen haben die jüngste Kursschwäche längst überwunden und notieren heute wesentlich höher als im Juni oder Juli vor der Korrektur.

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